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Einzelne Geld und Reichthum für ein und dasselbe hält, oder den
Besitz von Geld dem Besitze jedes anderen Gutes vorzieht, so ge⸗
schieht es nur unter der Voraussetzung, daß er zu jeder Zeit gegen
Geld eintauschen könne, was er bedarf. Diese Voraussetzung fin
det aber nicht mehr statt bei einem Volke, das sich durch Mauth/⸗
linien abschließt. Was hilft ihm die Vermehrung des Geldes, wenu
der Ankauf oder die Einfuhr fremder Waaren verhindert ist? Es
hat sich selbst auf den Genuß derjenigen Erzeugnisse beschränkt, die
es nach— der Natur seines Bodens und nach dem Stande seiner
Arbeitskräfte hervorzubringen vermag; und eine noch so große Geld-
nasse kann diesen Genuß nicht im Geringsten vermehren. Nur
durch den freien Verkehr wird ein Volk den Kreis seiner Genüsse
wirklich erweitern, indem es einen Theil seiner eigenthümlichen Pro-
ducte gegen andere austanscht, die bei ihm gar nicht oder nicht so
zgut als bei andern Völkern vorkommen.

Die Handelsbilanz vermindert gerade durch ihre Ueberschätzung
des Geldes die Brauchbarkeit und den Werth desselben. Daß man
mit Geld an beliebigem Orte und in beliebiger Menge kaufen kann,
was man brauchte odr wünscht, ist doch eben diejenige Eigenschaft,
welche dem Gelde einen Vorzug vor anderen Gütern beilegt. Man
hat vom Gelde nur einen Nutzen, wenn man dasselbe ausgiebt.
Aber eben dieses Ausgeben nach freier Wahl, dieses Kaufen an
beliebigem Orte ist es, was die Lehre der Handelsbilanz durch die
Abschließung vom Auslande verhindert.

Das Geld vermittelt den Waarenverkehr, es ist der Reprä—
sentant des Werthes der täglichen Umtauschungen, und diese hängen
von der Menge der Produete und von der Höhe der Betriebsam⸗
keit ab. So lange nun der Werth des Umsatzes derselbe bleibt,
so lange bleibt auch der Werth der Geldmasse eines Landes
unverändert, mag dieselbe abnehmen oder zunehmen. Nimmt die
Quautität des Geldes ab, so steigt der Werth der einzelnen Stücke
oder Summen; nimmt sie zu, so findet das Gegentheil statt.
Immer steht der Werth des Geldes mit der Menge desselben im
umgekehrten Verhältniß. Wenn sich z. B. die Geldmasse eines Lan⸗
des verdoppelt, so haben 100,000 Thlr. nur noch die Hälfte ihres