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Diese Wahrheit ist für Jeden und für Alle so einleuchtend,
daß man das Bestehen und das laute Auftreten der eutgegen-
gesetzten Meinung nur erklären kann, wenn man bis zur Quelle
der selben zurückkehrt. Es liegt im Wesen der zunehmenden Cibilisation
daß die Beschäftigungen immer getheilter und verschiedenartiger
werden. Niemand bringt Alles, was er nöthig hat, unmittelbar
selbst hervor, sondern Jeder wählt irgend einen besonderen Beruf
oder Zweig der Arbeit, und sucht sich alles andere durch Umtausch
gegen seine Erzeugnisse zu verschaffen. In dieser Stellung hört er
nun nicht auf, für seine eigene Arbeit jede mögliche Erleichterung
und Beförderung und für alle andern Güter den geringsten Preis
oder die größte Wohlfeilheit zu wünschen; aber er wüuscht auch
ebenso lebhaft, daß seine Arbeit möglichst hoch im Preise stehe, oder
daß die übrigen Leute möglichst viel Arbeit dagegen geben müssen;
und weil sein Gewinn in gleichei Verhältnisse steht mit der Mühe
and Arbeit, welche Andere anwenden, um sich Erzeugnisse seines
Berufs zu verschaffen, so kommt er leicht dazu, diese Mühe und
Arbeit und seinen Gewinn und Wohlstand für gleichbedeutend zu
halten. Diese Auffassung mag für den Einzelnen ganz natürlich
sein, aber es ist eine Verwechslung der Begriffe, wenn der Eigen.
autz als Gemeinwohl, und wenn das Schutzbegehren der eigenen
Arbeit als Schutzbegehren der vaterländischen Arbeit auftritt. Es
ist immer nur der Producent, der Schutz oder Theuerung will, der
Consument will Wohlfeilheit; da nun aber in jedem einzelnen Falle
der größeren oder kleineren Zahl von Producenten eine übergroße
Mehrheit von Consumenten entgegensteht, so fordert das all—
gemeine Interesse immer neue Wohlfeilheit, und jedes
Begehren um Schutz oder Theuerung beruht auf selbst.
süchtiger Anmaßung oder Täuschung.

Der Schuhmacher mag mit Grund behaupten, es sei sein Vor
theil, wenn die Schuhe theuer sind, aber er geht ganz neben der
Wahrheit vorbei, wenn er sagt, es liege im Vortheile Aller,
daß das Schuhmacher-Gewerbe auf wenige beschränkt, und daß die
Zufuhr fremder Schuhe erschwert oder verboten sei. Oder, wenn
eine steile Strecke einer Straße dem unten liegenden Dorfe durch