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fuhrzoll für das Leder verlangt, alle Diejenigen also, welche Häute
zu verkaufen haben, sollen weniger einnehmen, und alle Diejenigen,
welche Schuhe brauchen, sollen mehr ausgeben, damit eben der Vor⸗
theil der einheimischen Gerber vermehrt werde. Es giebt ferner
kaum eine armseligere Beschäftigung als das Sammeln von Lumpen,
aber auch hier wird versucht den geringen Verdienst zu schmälern,
um den eigenen zu erhöhen. Will doch der Papierfabrikant einen
Ausgangszoll für den Rohstoff, um wohlfeiler einkaufen, und einen
Eingangszoll für das Papier, um theurer verkaufen zu können.
Auf ähnliche Weise verhält es sich mit allen Schutzbegehren. Die
Rücksichtslosigkeit gegen die ärmeren Klassen ist darum auch ein
ebenso verdienter als schwerer Vorwurf. Statt die Zustände der—
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durch die möglichste Wohlfeilheit aller Bedürfnisse zu verbessern,
soll einiger Berufsarten wegen die Verminderung des Erwerbs und
die Theurung der Produkte künstlich erzwungen werden.

Die merkwürdigste Seite des Schutzzollsystems besteht wohl in
der Zubersichtlichkeit, mit welcher man die Verhältnisse des täglichen
Verkehrs bevormundet, und in der Geduld oder Gleichgültigkeit,
mit welcher man diese Bevormundung erträgt, und zwar in einer
Zeit, die von der Freiheit sehr viel und sehr laut redet.

Das Schutzzollsystem tritt auf mit dem vollständigen Verzeich-
aisse aller beweglichen Güter und erklärt die einen als Rohstoffe,
die nicht zum Lande hinans, und die anderen als entbehrliche oder
Luxus-Gegenstände, die nicht ins Land hineingehen dürfen. Ich
kann über die Grenze hin nicht kaufen und nichts verkaufen, ohne
die Erlaubniß besonders zu bezahlen. Und alle diese Beschränkun—
gen geschehen noch angeblich zu meinem Besten.

So muß auch der Bauer des südwestlichen Deutschlands, im
Angesicht der natürlichen Wohlfeilheit, welche der freie Verkehr in
der Schweiz aufrecht erhält, die fortdauernde Vertheurung im Zoll.
bereine doppelt empfinden; und wenn ihm dann einmal die steigen-
den Kornpreise im Nachbarlande einen vortheilhaften Markt eröffnen,
so wird ihm wieder von oben herab die Ausfuhr verboten. Was
Wunder, wenn er endlich die Anhänglichkeit an die Regierung ver⸗