—606
daß Capital nicht mehr Arbeiter als früher beschäftigt, wenn man
blos die Verwendung desselben ändert; zweitens: daß die Mehr—
kosten des einheimischen Spinnens ein Verluft sind, der von irgend
Jemandem getragen werden muß.

Der Schutzzoll auf Producte des Ackerbaues zeigt sich in seiner
ganzen gehässigen Ungerechtigkeit in Betreff der Proletarier, indem
er auf die Dauer zugleich den Grundeigenthümern selbst schadet.

Denken wir uns auf einer Südseeinsel, deren Boden das Privat.
eigenthum einer gewissen Anzahl der Einwohner geworden ist, ein
immer wachsendes Proletariat. Diese Klasse kann nichts von dem,
vas zum Leben unumgänglich nöthig ist, direct erzeugen; sie muß
ihre Arbeit anderen Menschen anbieten, welche ihr dafür Nahrungs-
mittel und Rohstoffe zur Arbeit liefern können, also Getreide, Früchte,
Gemüse, Fleisch, Wolle, Flachs, Leder, Holz u. s. w. Ihr liegt
offenbar daran, daß der Markt, wo alle diese Dinge zu kaufen sind,
ein möglichst ausgedehnter sei; eine je größere Fülle von Ackerbau—
producten sie hier findet, desto mehr wird sie davon für jede Quan.
tität ihrer eigenen Arbeit bekommen. Bei völlig freiem Verkehr
würden eine Menge Schiffe Rohstoffe und Lebensmittel, die man
mit fertigen Producten bezahlt, von den benachbarten Inseln und
dem Festlande holen. Den Proletariern wird es so gut gehen, als
sie nur verlangen können; ein gerechtes Gleichgewicht wird zwischen
dem Werth der industriellen Arbeit und dem des Ackerbaues statt
änden.

Aber bei dieser Lage der Dinge stellen die Grundeigenthümer
der Insel folgende Berechnung an: Wenn wir die Proletarier ver⸗
hindern, für die Fremden zu arbeiten und dafür von ihnen Nahrungs-
mittel und Rohstoffe zu erhalten, so werden sie genöthigt sein, sich
an uns zu wenden. Da ihre Zahl unaufhörlich wächst, und die
Toncurrenz, welche sie sich unter einander machen, immer mehr sich
geltend machen wird, so werden wir die Lebensmittel und Rohstoffe,
welche wir nicht selbst brauchen, zu sehr hohen Preisen verkaufen
können: mit anderen Worten, wir werden dann das Gleichgewicht
zwischen dem verhältnißmäßigen Werthe ihrer und unsrer Arbeit
gebrochen haben, und sie werden der Befriedigung unserer Bedürf-