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theilen; dann sitzt der Sohn mit seinem Weibe und die Tochter
mit ihrem Mann in dem väterlichen Hause, bis die Vermehrung
der Kinder den Großvater nöthigt, die Wohnung zu erweitern, oder
durch Ein- und Anban zu vermehren. Sein Areal zerfällt dem—
nach in so viele einzelne Theile, als er Kinder hat, welche der vä—
terlichen Gewalt entwachsen. Hatte der Vater ein ganzes Erbgut
und vier Kinder, so erhält jedes derselben ein Viertel; allein nach
Verlauf von etwa 20 Jahren theilen diese wiederum mit ihren Kin—
dern und diese in der Folge wieder, so daß der Urgroßvater, wenn
er noch lebte, ein Zweiunddreißigtheilchen seines ehemaligen stattlichen
Gutes in der Hand des Urenkels sähe, welcher mühsam eine Kuh
oder Ziege darauf zu erhalten sucht. Die schöne Oekonomie des
ehemaligen Stammgutes kennt nieinand mehr. Dort, wo ehedem
ein rüstiger Hirt des Großvaters wohlgenährte Heerde weidete, wo
die Sichel des Schnitters durch reichbestandene Getreidefelder rauschte,
zerren jetzt zerlumpte Kinder eine magere Kuh, eine näschige ZSiege
an den Feldrändern der Nachbaren umher und streifen Laub von
Zäunen und Büschen für das hungernde Vieh, denn das kleiue
Areal ist mit Kartoffeln für den Winter bestellt. Zahlte der Besitzer
des Stammgutes aus dem Erlös seiner Naturalien die Abgaben
ordnungsmäßig, so werden solche gegenwärtig durch Execution von
Leuten zusammengetrieben, welche auf ihrem Besitzthum kein Bund
Stroh erzeugen. Da, wo die Dismembration des Grundes und
Bodens freigegeben ist, kennt man in der Regel auch die Güteraus—
schlächter, Leute, welche ein Gewerbe daraus machen, Güter anzu ·
kaufen, sie in kleine Parzellen zu zerschlagen und diese mit bedeu—
tendem Gewinn wieder zu verkaufen. Diese Wucherer schleichen
überall umher und spähen, wo sie durch ihre Ueberredung, Vor—
spiegelung und durch ihre Helfershelfer irgend einen Begüterten
zum Verkauf seines Grundstücks geneigt machen und, sobald diese
Absicht erreicht ist das Gut zerschlagen können. Gewöhnlich lassen
sie bei dem Hauptgute nur wenige Grundstücke; die übrigen Par—
zellen werden Leuten, welche im Besitze eines kleinen baaren Ver—
mögens sind, zu theuern Preisen aufgedrungen oder an solche Be—
güterte verkauft, welche schon im Besitze ausreichenden Grundeigen⸗