schwendung der Menschenkraft auf eine Arbeit, welche wohlfeiler
auf andere Art geschehen kaun, immer als ein Verlust erscheint.

Im Allgemeinen erscheint in einem Lande, in welchem der
Ackerban eine wesentliche Nahrungsquelle bildet, dann der Zustaud
als der gedeihlichste und der allgemeinen Wohlfahrt förderlichste,
wenn der Grund und Boden weder in zu große Güter vereinigt,
noch übermäßig zerstückelt wird, sondern, den örtlichen Bedürfnissen
entsprechend, in größere, mittlere, kleine und ganz kleine Wirthschaf-
jen vertheilt ist. Nicht nur die Verschiedenheit der Vermögenskräfte
erheischt eine solche Vertheiling des Grund und Bodens, sondern
es bietet auch jede Gattung dieser Besitzungen ihre eigenthümlichen
Vortheile.

Die großen Güter verhelfen in der Regel nicht nur zu Wohl-
stand, sondern es verbreitet sich auch von ihnen aus Intelligenz
über die ganze Umgegend, ja über das ganze Land, indem Be—
fitzer oder Pächter derselben hinsichtlich eines rationellen Betriebes
den kleinen Grundbesitzern mit einem guten Beispiel vorangehen.
Dazu kommt noch, daß größere Güter auch einen verhältnißmäßig
höheren Ertrag liefern als kleinere, indem bei jenen an Wirthschafts-
kosten mehr erspart werden kann; daß sich nur auf größeren Gütern
gewisse Zweige der Landwirthschaft, z. B. technische Gewerbe, Schaf—-
zucht ꝛc. mit Vortheil betreiben lassen; daß sie bielen Händen Be—
schäftigung gewähren, und daß sie, während kleine Güter meist nur
wenig mehr als ihren eigenen Getreidebedarf erzielen, Magazine
don verkäuflichen Früchten bilden, die, besonders in Zeiten des
Mangels, große Aushülfe zu gewähren vermögen. —

Mittlere und kleine Güter, Güter mit Spannkraft zum Feld⸗
bau und zum Betrieb der Viehzucht geeignet, pflegen bei sorgfäl-
tiger Bewirthschaftung auch einen zufriedenstellenden Roh. und Rein-
ertrag zu liefern und sind mehr wie die großen Güter für gewisse,
mehr Handarbeit erfordernde Culturen, wohin namentlich der An.
bau mancher Arten von Handelsgewächsen zu rechnen ist, geeignet.
Was aber insbesondere wichtig ist: es bildet deren Besitzer jenen
wohlhabenden Stamm der Landwirthe, welche den Gegensatz zwischen
den Besitzern großer Güter und der besitzlosen Klasse der Landbe—