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sich mittelalterliche Einrichtungen nicht mehr festhalten. Wenn man
England als Beispiel für die segensreiche Wirkung des geschlossenen
Grundbesitzes anführt, so wird das doch ein Irrthum sein. Eng
land hatte ihm höchstens seine Kornzölle und das irische Elend zu
berdanken, denn der Aufschwung der englischen Landwirthschaft rührt
von ganz anderen Ursachen her. Was das englische Volk an Frei—
heit und materiellem Wohlsein erlangte, das hat es dem Adel
Schritt für Schritt abgetrotzt, und seine riesenhafte Industrie mildert
den Abstand im Grundbesitze, sonst würde sich dieser Zustand nicht
so lange gehalten haben. In Deutschland hat die Zerstückelung der
großen Adelsgüter schon begonnen, und die Folgen davon sind leicht
zu erkennen, wenn man den jetzigen Bildungsgrad und Stand des
Volksvermögens mit dem früheren, z. B. nur das linke Rheinufer
mit dem rechten vergleicht.

Geht man die Culturgeschichte des Ackerbaues durch, so er⸗
kennt man ein fortwährendes Streben zur Vertheilung des Bodens
und eine überwiegende Vorliebe für den Grundbesitz. Eigenes
Haus, eigener Grund und Boden scheint das Siel des Strebens
fast aller Menschen zu sein. Am wenigsten getheilt ist der Boden
in der Urzeit, wo die Menschen von der Jagd lebten. Diese er—
fordert einen großen Flächenranm, um nur wenige Menschen zu
ernähren. Die Hirtenvölker bedürfen schon einer kleineren Fläche,
weil durch die menschliche Pflege die Weiden mehr Ertrag liefern,
als das Urland und die Wälder, der Aufenthalt des Wildes und
der Wilden. Die Theilung beginnt mit dem Ackerbau. Die Pflege,
welche der Boden hier erfordert, macht den persönlichen Besitz noth
wendig. Je mehr die Bevölkerung wächst, desto sorgfältiger kann
der Boden bebant werden; je mehr durch den Fortschritt der Wissen-
schaft der Ertrag steigt, desto mehr getheilt kann er sein. Der
Gipfel der Landwirthschaft ist der Gartenbau, und bei ihm erreicht
auch die Theilung ihre Grenze. Wenn also jede Verbesserung des
Ackerbaues auf eine größere Vertheilung des Bodens hindrängt und
solche möglich macht, so ist es thöricht, sich dem zu widersetzen.
Will man eine zu arge Verkleinerung verhüten, so entferne man die
Entstehungsgründe derselben: zu starke Bevölkerung, Armuth; aber