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aller Ursachen der Armuth geholfen werden. Die Hauptursachen
der Armuth und insbesondere der Massenarmuth liegen aber in den
Hindernissen der Gütererzeugung und der Gütervertheilung durch
den Handel, sowie in den Mängeln der Güterauwendungen. Darum
sind die Gewerbsbeschränkungen, darum die Beschränkung der Frei—
zügigkeit, der freien Verfügnung über Grund und Boden, die Pro—
hibitiv- und Schutzzollsysteme, die Beschränkungen des Credits durch
Wuchergesetze, beengende Bankvorschriften u. s. w. darum die in
directen Steuern, darum endlich die stehenden Heere, oder das so—
zenannte System des bewaffneten Friedens die ärgsten Hindernisse
einer gesunden Entwicklung der Volkswirthschaft.

„Die Armenfrage,“ sagt Prince-Smith, „ist die umfassendste
und tiefgreifendste Frage, die es für den Volkswirth überhaupt giebt.
Eine in größerem Umfange verbreitete Armuth bekundet eine un—
zulängliche Wirksamkeit jener volkswirthschaftlichen Kräfte und Ein-
richtungen, deren Bestimmung es ist, Wohlstand zu bereiten, —
Wohlstand nicht blos für Einzelne, sondern für Alle, — zwar nicht
in gleichem Maße, sondern nach Verhältniß der verschiedenen Leistungen.
Eine geringstbelohnte Klasse muß es in der Wirthschaftsgemeinde stets
zeben; aber im Wirthschaftssystem liegt ein Darben dieser geringst-
belohnten Klasse so wenig begründet, daß, wo solches Darben, wie
fast überall, vorkommt, der Volkswirth bestimmt auf das Vorhau—
densein von Mißständen schließen darf, welche die Entwickelung und
allgemeinere Verbreitung wirthschaftlichen Wohlseins hemmen. Na—-
zurgesetzlich gehört in die Wirthschaftsgemeinde so wenig das Elend
hinein, daß es nur durch wirthschaftswidrige Gewalt daselbst er⸗
jalten werden kann.

Diese den gewöhnlichen Vorstellungen schnurstracks wider—
sprechende Behauptung stelle ich hier absichtlich an die Spitze, um
unserer Erörterung eine klar bestimmte Richtung auf das einzige
wirklich ersprießliche Ziel zu geben. Die Frage sei für uns nicht:
„Wie pflegen wir die Armuth?“ sondern: „Wie mindern wir die
Ursachen der Armuth?“ „Die Armen pflegen,“ heißt im Grunde
„die Armuth hegen;“ — die Armuth aber müssen wir als ein nur
mißbräuchlich bestehendes Uebel unversöhulich bekämpfen, gründlich