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weise Arbeitsfähigen nur, so weit sie einer Zubuße bedürfen; den
vollkommen Arbeitsfähigen ist dagegen in der Regel eine Unter—
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Noth. Im Uebrigen soll ihnen Gelegenheit zu diner ihrer Befähi-
gung angemessenen Beschäftigung gegeben werden. Tritt in einem
größeren Umfange ein Mangel an Arbeitsgelegenheit ein, wodurch
Tausende brodlos werden, in Uebergangsperioden z. B., wo durch
neue Erfindungen ein ganzer Erwerbzweig aufhört, da hat der Staat
selbst neue Industriezweige zu ermitteln. Die Uhrenfabrikation im
Schwarzwalde, die Weißstickerei in der Ostschweiz und Würtemberg,
die Strohflechterei und Holzschnitzerei an verschiedenen Orten ber⸗
danken solchen Bemühungen ihren Ursprung. Nur muß die Regie⸗
rung bei der Einführung neuer Arbeitszweige darauf achten, daß
diese ihren natürlichen Halt in sich selber finden, daß sie später auf
die Dauer ohne Unterstützung fortkommen und mit denen in andern
Gegenden concurriren können, damit nicht der Gewerbsbetrieb zu
einer Armenunterstützung wird.

Die Privatwohlthätigkeit, wenn sie isolirt steht, entbehrt der
nöthigen Kräfte und Mittel, um der Depravation und Verkommen.
heit, welcher die Armen bei lange fortgesetztem Druck der Noth
verfallen, mit Erfolg entgegenzutreten. Sie bietet keine Garantie
für die erforderliche Gleichheit der Unterstützungen, sowohl von Sei—
ten der Gebenden, als von Seiten der Empfangenden. Die Lei—-
stungen werden häufig in ein Mißverhältniß getrieben, welches dem
Einzelnen, und zwar gerade dem weniger Besitzenden, Ehrenhafteren
und Edelmüthigeren leicht drückend wird. Wenu auch die Sammlungs
listen bei den Großvermögenden bedeutende Gaben nachweisen, so
wird man doch bei einer richtigen Verhältnißrechnung finden, daß
die Mittelbegüterten und noch mehr die Klasse derjenigen, welche
sich in Zeiten der Noth selbst Beschränkungen unterwerfen müssen,
in viel höherem Maßstab beitragen. Daß das Maß der Gaben
auf dem freien Willen ruhe, ist in den meisten Fällen eine Illufion.
die Macht der Verhältnisse bestimmt dasselbe, und zwar meist eben
so ungleich und drückend, als die Verhältnisse selbst sind. Anderer
seits findet bei der Privatwohlthätigkeit immer eine mehr oder