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Stellung nicht begnügen sondern durch Reformen und Verbesserun.
gen dieselbe fortwährend zu steigern suchen. Nachdem aber die Er—
fahrung in Nordamerika, England, Frankreich, Belgien und andern
Staaten es aufs glänzendste bewiesen, daß wie beim Soll-, so auch
beim Postwesen, die Herabsetzung der Gebühren das Einkommen
steigert, wären von den Unternehmern in dieser Beziehung gewiß
die großartigsten und gründlichsten Reformen zu erwarten.

Schon dieser Umstand, daß die Portoherabsetzung im Interesse
der Anstalt selbst liegt, und ihr Vortheil mit dem des Publikums
genau zusammenfällt, genügt vollkommen zur Beseitigung der Be—
sorgniß, daß die Post als Privatanstalt nur ihren Nutzen auf Kosten
des Gemeinwohls suchen würde. Es wäre dies jedoch um so weni⸗
ger zu befürchten, als der beregte Systemwechsel durchaus nicht in
der Ersetzung des Staatsmonopols durch das Monopol einer Ge—
sellschaft zu bestehen hätte. Die Briefbeförderung soll vielmehr frei
werden, wie es die Personen-und Waarenbeförderung heute fast
überall schon ist. Der Wetteifer eoncurrirender Postgesellschaften und
Postlinien würde dann dem Publikum die möglichst rasche, möglichst
billige und möglichst zuverlässige Bedienung sichern.

Der Staat wäre allerdings um eine Einkommensquelle ärmer,
aber der Vortheil des Publikums wiegt schon diesen Nachtheil auf.
Außerdem müßte die erleichterte und gesteigerte Correspondenzthätig-
keit auf die Hebung des Verkehrslebens im Allgemeinen so wohl⸗
thätig einwirken, daß der Staat durch Steigerung seines ander⸗
weiten Einkommens jenen Postausfall reichlich vergütet sehen würde.

Wir wissen wohl, daß es noch im weiten Felde steht, bis die
Staaten ihr Postmonopol aufgeben und die Briefbeförderung der
Privatindustrie überlassen. Wir wissen aber auch, daß diese Reform
der Anstalt und dem Publikum unermeßlichen Vortheil brächte, und
sind daher überzeugt, daß sie sich früher oder später Bahn brechen
wird, wie man ja bezüglich der Eisenbahnen und Telegraphen, für
deren Staatsmonopol dieselben Gründe, wie für jenes der Post,
gelten, der Privatindustrie immer größeren Spielraum gestattet. —

Wo die Domainen einen großen Theil des Landes einnehmen
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