Fabrik liefert überdies noch Kunstgegenstände (Büsten, Statuetten);
— kurz, die Vorbedingungen eines gedeihlichen Gewerbes sind
sämmtlich vorhanden, und dennoch arbeitet sie mit Verlust! Der
Fehler liegt in dem Mangel einer tüchtigen Geschäftsleitung, von
welcher die jetzige bureaukratische das reine Gegentheil ist. Daß
es so schwer oder fast unmöglich ist, Staatsanstalten unter tüchtige
merkantile Leitung zu bringen, ist eine bekannte Thatsache und er—
klärt sich bei dieser Anstalt noch besonders dadurch, daß dieselbe
ursprünglich nach dem Muster der Porzellanfabrik zu Sevres er—
richtet worden ist und dem Hofe des Kurfürsten von Bayern den—
selben Dienst zu verrichten hatte, als die Porzellanmacherei in Sebres
dem Hofe zu Versailles, d. h. die Fabrik hatte nur den Bedarf
des Hofes zu befriedigen. Aus diesem Grunde waren von Anfang
an bis heute die Arbeiter mehr Hofbeamte, bei denen es weniger
auf die Ergiebigkeit, als die Güte der Arbeit und die eigene Be—
häbigkeit ankam. Wie schwer es ist, eine solche Anstalt concurrenz-
fähig zu machen, leuchtet von selbst ein. Unter bureaukratischer
Leitung ist es aber ganz unmöglich. Denn während der Kaufmann
die Löhne nach Güte und Menge der Arbeit bemißt, während er
die Erzeugung so weit ausdehnt, als die Betriebskräfte reichen,
während er den Absatz überwacht, nach allen Richtungen hin neue
Kunden sich zu verschaffen, die Bedürfnisse des Publikums zu er—
mitteln und seine Erzeugnisse nach diesen, sowie nach dem wech—
selnden Geschmack einzurichten sucht, auf allen Märkten der Erde
Verbindungen anknüpft, in Zeitungen und Handelsberichten nach
neuen Quellen sich umsieht, weite Reisen unternimmt und durch Artig
keit und Zuvorkommenheit seine Kundschaft zu erweitern sucht, weil
er Nutzen hat, wenn die Austalt blüht und gedeiht; — hält sich
der vom Staat aufgestellte Betriebbbeamte und muß sich halten —
an seine Vorschriften. Ist er selbst der einsichtsvollste und rührigste
Maun, er kann in der bureaukratischen 8wangsjacke, welche das
Reglement ihm anlegt, sich nicht zum Besten der Anstalt bewegen,
—D
den weitläufigen Instanzengang gehemmt, in der Regel zu spät
kommen, wo die Mitbewerbung die Gelegenheit bereits ausgenutzt