Mittel nur zu sehr geneigt, solche zu verschwenderischen Luxusanlagen,
zu Kunstbauten u. s. w. zu verwenden, er giebt nur zu leicht den
Privaten dadurch ein verleitendes Beispiel, seine Verschwendung nach ·
zuahmen, oft aber auch und meistens sogar unterliegt ein Volk dem
zu großen Druck der Staatslasten, sein Unternehmungsgeist erlahmt,
seine Arbeitskraft erschlafft, und es geht einer Verarmung entgegen,
wie wir sie in Spanien gesehen haben.

Was die oft zu hörende Behauptung betrifft, daß die einzelnen
Capitalien nirgends so gute Anlage finden als bei Staatsanleihen,
so ist diese einer völligen Unkenntniß der Verhältnisse des Capitalmark.
tes entsprungen. Zu was wären denn unsre Bankiers und Banken
da, zu was Sparkassen, zu was alle die mannigfachen industriellen
Aetienunternehmungen, deren Papiere auf allen Börsen feil geboten
werden und die in der Regel weit mehr Gewinn abwerfen als die
Staatsobligationen?

Im Folgenden wollen wir das Verhältniß der Einnahmen und
Ausgaben einiger Staaten darlegen. Es dient eine solche Aufstellung
dazu, die verschiedenen Arten von Steuern kennen zu lernen, die in
einem Lande erhoben werden, sodann die Höhe der Staatsschulden,
und die Art der Verwendung der Einnahmen.

Die sämmtlichen europäischen Staaten haben auf einem Flächen⸗
raum von 177, 816 Quadratmeilen eine Einwohnerzahl von unge⸗
fähr 272,500,000

Die Schweiz nimmt 243 des Gesammiflächenraumes ein; auf
sie kommt 7öß der Gesammtbevölkerung.

Die jährlichen Einkünfte der Europäischen Staaten, zum wesent
lichen Theile aus Stenern bestehend, betragen ungefähr:

2,158,800.000 Thaltr.
Davon erfordern:
die Hofhaltungen: 68,800000 Thaler
das Militairwesen: 670,000000
die Staatsschuld: 626,5000000,
Die Schweizerischen Staatseinkünfte betragen:
6,900,000 Thlr., also 54d bon dem Gesammtbetrag der Europäischen