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Montesquieu ausschließlich ins Auge gefaßte monarchie légitime bloß eine
Species der Monarchie sei, seine Schilderung des Despoten aber, wie sie an
dieser Stelle ausgedrückt ist, ganz gut auch auf einen Demagogen passe qui
entraine tout par sa volonte et ses caprices (ein Kleon, ein Robespierre,
ein James Fazy). Weiter läßt diese Definition im Unklaren, ob auch ein
Usurpator als Monarch zu betrachten ist; doch scheint die Klausel par des lois
sixes et étahlies die Negation zu bedingen, so daß man fragen müßte, ob
denn die sogenannten οννοL der Hellenen, die italienischen Gewaltherrscher
des Mittelalters, ob Cromwell, Napoleon, dessen Bruder Josef in Spanien,
Jerome in Westphalen nicht auch Monarchen gewesen, oder wie die von ihnen
heherrschten Staaten zu qualificiren seien. Dagegen könnte man nach Montes⸗
uien auch die Dogen von Venedig und Genua, und die Präsidenten der Ver⸗
einigten Staaten von Nordamerika zu den Monarchen zählen.
Bestimmter ist die Definition, welche Rousseausgibt (Contr. soc. III. 6.)
Ce qu'on appelle un monarque ou un Roi est une personne naturelle, un
domme réel, qui seul ait le droit de disposer de la puissonce exécutive
elon les lois.« Er nimmt die puissance exéceutive im weitern Sinne
als gleichbedeutend mit Regierung, Staatsverwaltung, im Gegensatz der Sou⸗
deränität, welche nach seiner Theorie ideell immer als unveräußerlich in der
Gesammtheit ruht. Aber offenbar ist nach seiner Auffassung der Fürst (co qu'on
appelle un monarque ou un roi) derjenige, welcher im Besitz der ganz unge⸗
cheilten Staatsgewalt ist: »une unité physique dans laquelle toutes les faoultés
 de la puissance exécutive se trouvent nalurellementb réunies.«
Seine Theorie der Monarchie ist ganz gemäß dem, was man in neuern Zeiten
das monarchische Princip genannt hat. (Liv. III. Chap. 2. 3.) Zwar
findet er (wie wir Buch VII. angeführt haben), daß für einen größern Staat
die Monarchie die nothwendige Staatsform sei, daß sie sich für reiche Nationen
eigne. (a. a. O. Ch. 1. 3. 8.) Aber sie ist nach seiner Idee ihrem Wesen nach
unbeschränkt und daher mit großen Mängeln behaftet, so daß die republikanische
Form nach seiner Behauptung entschieden den Vorzug verdient. (a. a. O. Ch. 6.)
Man muß daher annehmen, daß nach seiner Theorie die eingeschränkte (stän⸗—
dische oder constitutionelle) Monarchie diesen Namen gar nicht verdient. Gleich⸗
wohl kommen andere Stellen vor, welche als Correctiv dieser Einseitigkeit be—
trachtet werden können. a. a. O. Ch. 3: »ltoutes ces formos sont suscepiibles
 de plus ou de moins. ... · la royauté méême est susceptihle de
quelque partage.. .. II y a un point ou chaque forme de gouvernement
se confond avec la suivante. .... le gouvernement pouvant à coertains
ↄgords se suhdiviser en d'autres parties l'une administrée d'une manièro
ↄt Pautre d'une autre; il peut résulter de ees trois formes conbinées une
multitude de formes mixtés.« Chap. 7. »A proprement poarler il n'ya point

8. Die Monarchie.