8. Die Monarchie. 151

brutum, Boucherium et caeteros monarchomachos. Paris. 1600, welches
er Heinrich 1V. dedicirte. Mit demselben bildet gewissermaaßen ein Ganzes:
De potestate Papae, an et quatenus in Reges et Principes seculares jus et
imperium habest? es ist eine Kritik des Verfahrens der Curie gegen die Ve—⸗
netianer und gegen Heinrich IV. Dem Presbyterianismus war er ebenfalls
entschieden abgeneigt. Er war am Hofe der Maria Stwart erzogen, erfuhr
aber wenig Gunst bei Jakob J. und ging daher im Alter von 30 Jahren nach
Lothringen, studirte Jura in Bourges, docirte zu Pont-a-Mousson und zu An⸗
gers. Dem Sohne Johann Barclay wurde in seiner Jugend von den
Jesuiten geschmeichelt, später von Jakob J. Er blieb aber gegen beide fest und
schrieb gegen Bellarmin. Er ist Verfasser der Argenis, einer Politik im mo⸗
narchischen Geiste, welche Richelieu sehr geschätzt haben soll. Er hielt sich ab⸗
wechselnd auf in Lothringen, England, Frankreich, meistens zu Paris.

In einen ganz andern Ideenkreis gehört die Erörterung der Frage: ob
ein souveräner Fürst (ein Monarch), welcher von seinen Unter—
thanen entsetzt wurde, wegen seiner Regierungshandlungen
zur Verantwortung und Strafe gezogen werden dürfe? Das
Verfahren der französischen Regicides — wie man immer die Frage in ab—
stracto beantworte — verdient jedenfalls verabscheut zu werden. Der Convent
die Montagne), indem er das gräßliche Possenspiel eines gerichtlichen Verfah—
rens aufführte, verletzte schon in formeller Hinsicht die ersten Grundsätze des
Rechtes aufs schnödeste; am ehrlichsten waren Diejenigen, welche offen her—
aussagten, es handle sich nicht um die Anwendung von Rechtsgrundsätzen, son⸗
dern um die Vernichtung eines Feindes, und um die Nation zu zwingen, als
solidarisch die Revolution gegen ihre innern und äußern Feinde aufs Aeußerste
zu vertheidigen. Wir bedauern Cromwell, daß er seinen hohen Charakter be—
leckte als Urheber der Verurtheilung und Hinrichtung Karl's J. Aber man
muß anerkennen, daß er das Organ der tiefen Ueberzeugung des besten Theils
der englischen Freiheitsarmee und daß die politische Lage eine ganz andere war
als diejenige des französischen Convents; die republikanische Parthei sah sich
durch die Verhältnisse mit der unmittelbaren Gefahr einer blutigen Reaction
bedroht, welche sie glaubte nur durch den Tod des entthronten Monarchen ab—
wenden zu können. Der gute Glaube Cromwell's an die Rechtmäßigkeit der
Bestrafung Karl's kann ebensowenig bezweifelt werden als die Stimmung
der Armee, von welcher er gedrängt wurde, eine natürliche war. Die Offtziere
and Soldaten sahen den Augenblick nahen, wo alles in zehn Schlachten für die
Sache der Freiheit vergossene Blut fruchtlos geopfert war, sie selbst das Opfer
einer durch Intriguen triumphirenden Reaction sein würden. Sie glaubte in