8. Die Monarchie.

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angewendet werden, um dieselben durch Erziehung und Unterricht zu entwickeln.
Es ist hier nicht Raum und wir halten uns nicht für competent eine Abhand—
lung über Prinzenerziehung einzuschalten. Gute Bemerkungen siehe bei Mohl
a. a. O. 88 24. 39. 41. 43 -46. Der Unterricht ist nicht einem Prinzener⸗
zieher zu überlassen, da die Wahl oft sehr unglücklich und der Einfluß ein ver⸗
derblicher sein kann. Die Erziehung im engern Sinne und die Leitung des
Unterrichtes wird am besten durch den Vater besorgt, wenn dieser dazu die
Fähigkeit besttztz wenn dieses nicht der Fall oder wenn der Vater gestorben ist,
so muß ein Tutor bestellt werden. Die Erziehung muß vor Uebermuth und
zurückstoßendem Hochmuth, welche unsere Zeit nicht erträgt, bewahren, Men⸗
schenkenntniß und Umgänglichkeit wecken. Die Maxime Ludwig Philipp's,
welcher seine Söhne in die öffentlichen Unterrichtsanstalten schickte, hat sich in
dieser Hinsicht gut bewährt. Heinrich 1Y. wurde nicht am Hofe erzogen, son⸗
dern in frischer Bergluft unter den Jünglingen des Landes. Mentem sanam
in corpore sano gewährt Gymnastik. Jagd könnte gut sein, wird aber leicht
zur schädlichen Leidenschaft. Die Reitkunst und kriegerische Fertigkeiten Fecht—
unst und Schießübung) sind dienlich für Gesundheit und standesgemäß. Ein
ichtungswerther Charakter und ächte Frömmigkeit sind Hauptziele; aber die
Erziehung darf nicht mönchisch sein, nicht Mönchen anvertraut werden Fenelon
war kein Mönch). In der speciellen Richtung der Erziehung muß auf die per⸗
jönlichen Anlagen und Fähigkeiten Rücksicht genommen werden, da bei dem
Einen dieselben sich mehr für kriegerische, bei dem Andern mehr für civilistische
Bildung eignen; aber soviel möglich muß auch bei Jenem die wissenschaftliche
Bildung, bei dem Andern die militärische Bildung nicht ganz vernachlässigt
werden; Allen ist gute historische Lectüre nützlich. Das Rechnen soll beuutzt
werden, um den Sinn für gutes Haushalten zu wecken, was sie von vielem
schädlichen abhalten und ihrer politischen Selbstständigkeit nützlich sein wird;
doch ist niedrige Filzigkeit und eigennützige Gewinnsucht zu verhüten. Recht—
zeitige praktische Anleitung im Civil- und Militärdienst soll die Erziehung
krönen. Eifersucht auf den präsumtiven Thronfolger ist dem monarchischen
Interesse sehr nachtheilig und hat oft zur Folge, daß derselbe nach der Thron—
—
zlückliches Familienleben, wirkt unendlich viel Gutes. Val. noch Mohl,
Encykl. 95.
B. Es folgen einige höchst triviale Sätze, deren Beachtung im Leben aber
nur zu oft vernachlässigt wird.
I) Aide-toi et dieu 'aidera gilt den Vertheidigern der Monarchie so
gut als ihren Feinden. Wer sich selbst aufgibt wird von Andern auch verlafssen.
Das Recht der Nothwehr ist für Alle gültig. Festigkeit, wenn sie nicht hoff⸗
rungsloser Unsinn ist, Vertheidigung nöthigenfalls durch alle zu Gebote