8. Die Monarchie.

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ll. Das Recht des Fürsten die Ständeversammlung aufzulösen.
Dieses Recht, soweit es die Volkskammer betrifft, ist in der Theorie der
onstitutionellen Monarchie auch von den Wortführern des entschiedenen Libe—
ralismus oder Radicalismus einstimmig angenommen. Rotteck ð 80. Lan⸗
uinais, Tr. de la Charte No. 253. Benj. Constant, Prine. de Polit.
Chap. 3.) Dieses mag zum Theil seinen Grund darin haben, daß in England,
dessen Vorbild der constitutionellen Theorie doch immer vorschwebt, dieses Recht
der Krone nicht bestritten wird, obgleich dort die parlamentarische Regierung
längst triumphirt und das Ministerium als das Organ der Kammermehrheit
betrachtet wird. In Frankreich mag nach der Restauration das Auflösungsrecht
des Monarchen der liberalen Parthei auch deswegen weniger anstößig gewesen
sein, da sie durch dasselbe von der Herrschaft der GhRambre introuvable
erlöst wurden. Indeß hat diese Befugniß des Fürsten unstreitig innere gewich—
tige Gründe für sich. Man geht gewöhnlich davon aus: es sei möglich, daß
eine Kammermehrheit in Widerspruch gerathe mit dem gegenwärtigen
Volkswillen, weil seit der Wahl die Sachlage sich geändert, weil sie durch ihre
Acrte das Zutrauen des Volkes verscherzt, weil der Esprit de corps, der Ein—
fluß ehrgeiziger Mitglieder, der Partheigeist sie zu einer dem öffentlichen Wohl
aachtheiligen Richtung gebracht hat; es müsse daher der Regierung, welche in
taatsmaännischen Einsichten höher stehen kann oder die Sachlage und Bedürf—
nisse genauer kennt, das Mittel gegeben sein, von den Mandataren des Volkes
an das Volk selbst zu appelliren, was in England und in Frankreich wiederholt
mit Erfolg geschehen ist. Vortrefflich entwickelt Benjamin Constant die Gründe
der Nothwendigkeit des Auflösungsrechtes in einer Weise, die beinahe wie eine
Satire auf die Natur der Ständeversammlungen lautet und auf Erscheinungen
der neuesten Zeit ihre volle Anwendung findet. »Lorsqu'on n'impose point
de bornes à l'autorité représentative les représentants du peuple ne sont
point des défenseurs de la liberte mais des candidats de tyrannie; et
quand la tyrannie est constituée, elle est d'autant plus affreuse que les
tyrans sont plus nombreux. Une assemblée, qui ne peut éêtre réprimée vi
dontenue, est de toutes les puissances la plus aveugle dans ses mouvemens,
 la plus incalculahle dans ses résultats pour les membres méême
qui la composent. ... Le désir de plaire à la partie passionnée du peuple,
e dépit, que lui impose la résistance qu'elle rencontre, Pesprit de corps,
Pentratnement par des sensations purement physiques comme la terreur,
'ahsence de toute responsabilite morale, la certitude d'échapper par le
nombre à la honte de la lächete ou au péril de l'audace, tels sont les
vices des assemblées lorsqu'elles ne sont pas renfermées dans des limites
qu'elles ne puissent franchir. . . . . . Vainement comptérait-on sur le force