326 Die formale Politik oder Verfassungslhehre.
Renouard, Du droit industriel dans ses rapports avec les principes du
droit civil sur les personnes et les choses. 1859.
Geht von spiritualistischen Principien aus „verlangt Freiheit; es herrsche zu viel
staatliche Bevormundung.
Michel Chevalier, L'Exposition universelle de 1862.
Dieser geistvolle und mit der Industrie genau vertraute Schriftsteller und Staats—
mann verweist auf die Thatsachen, welche für die Vortheile und großartigen Wirkungen
einer nicht gemaßregelten Industrie zeugen.
Th. Mannequin, Travail et liberté 1863.
Ihm ist die individnelle Freiheit einzig beschränkt durch die gleiche Freiheit Ande⸗
rer, unbedingte Forderung der Gerechtigkeit, identisch mit der Gerechtigkeit selbst. Aus
dieser entspringt die Rechtmäßigkeit des Privateigenthums und des freien Gebrauchs
desselben. Rach diesen Grundlagen verwirft er einerseits den Socialismus und Com—
munismus, anderseits die staatliche Bevormundung, und gelangt zu Resultaten, welche
im Wesentlichen mit den Lehren von Adam Smith und Ricardo übereinstimmen.
Eine große Zahl französischer Schriften über Gegenstände der Volkswirth⸗
schaft und der Politik, welche seit einigen Jahren erschienen sind, sprechen sich
in gleichem Sinne aus. Ueberhaupt ist die französische Literatur der letzten Zeit
überreich an Schriften über Nationalökonomie und Gesellschaft. Die Urfachen
dieser Erscheinung find mehrfach. Da die Preßfreiheit in Hinsicht auf Tagblät—
ter, Zeitschriften, Brochüren vernichtet, die öffentliche Rednerbühne zum Still—⸗
schweigen verdammt und die parlamentarische Laufbahn für Männer von Frei⸗
heitssinn und festem Charakter schwer zugänglich ist, so muß die Behandlung
politischer und nationalökonomischer Fragen sich in vollständigen Systemen und
dicken Bänden Spielraum verschaffen; anderseits hat der Kaiser selbst, indem
er bei verschiedenen Gelegenheiten öffentlich die Grundsätze der Handelsfreiheit
und der freien Industrie proclamirte, die Behandlung dieser Fragen autorisirt.
Ferner bestehen mehrere Stiftungen, welche Preise für solche Schriften aus—
setzen, die gewöhnlich eine lebhafte Concurrenz, sowohl der Ehre wegen gekrönt
zu werden, als um des pecuniären Gewinns willen, hervorrufen. Endlich ist
die Herausgabe solcher Arbeiten, wenn sie praktisch gehalten sind, auf das Po⸗
sitive eingehen und mit den Maximen der Staatsverwaltung mehr oder weniger
im Einklang stehen, ein Mittel, sich der Staatsgewalt zu administrativen Stel⸗
len oder zu öffentlichen Lehrstühlen zu empfehlen. In den meisten dieser Schrif⸗
ten wird die Frage der Bureaukratie entweder principiell besprochen oder gele—
gentlich berührt. Als vorzüglich erscheinen die Werke folgender Publiristen:
Joseph Garni er, Professeur à Pécole impériale des ponts et chaussées.
Traité céconomie politique.
Baudrillard, Professeur au Collèoge de France. Des rapports de la morale
 et de l'economie politique.
Ausgezeichnet in dieser Richtung ist auch das Werk des Belgiers Molinari,
— — — — politique. 2. Edit. 1863. 2. Vol.. welches die wissenschaftlichen