9. Die Republiken.

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gewaltig abgeschwächt. Sollte die Republik in Spanien triumphiren, so würde
nach unserem Dafürhalten ein kräftig organisirter Bundesstaat unter einem
Präsidenten sich als zweckmäßig erweisen.
Hinsichtlich Deutschlands werden wir uns kürzer fassen; daß Deutschland,
auf den meisten Punkten durch keine natürlichen Grenzen geschützt, im Westen
und Osten durch mächtige Nachbarn bedroht, auch auf andern Seiten verwund—
bar, durch seine Centralstellung, sowie durch die Nothwendigkeit seine materiel—
len Interessen in Italien zu behaupten, gezwungen ist, seine Wehrkraft auf
einem Achtung gebietenden Fuße zu erhalten, was nach dem Urtheil aller Sach—
kundigen nur durch bedeutende Massen stehender Truppen erzielt werden kann,
daß nach den angedeuteten Verhältnissen öftere Conflicte mit andern Staaten
nicht ausbleiben werden, — mit einem Worte, daß Deutschland, beziehungs—
weise die deutschen Bundesstaaten, Militärstaaten sind, wo das Staatsober—⸗
haupt über ein stehendes Heer gebieten muß, wird kein Unbefangener bestreiten.
Die Unmöglichkeit der republikanischen Staatsform ergibt sich aber ebenfalls
aus den innern Verhältnissen und socialen Zuständen. Die Unmöglichkeit eines
republikanischen Einheitsstaates von so großem Gebietsumfange, sei es als
reine oder als repräsentative Demokratie, ist schon B. VII. &amp; 22 aus allgemei—
nen Gründen erwiesen: wollte man von einem demokratischen Bundesstaate
sprechen, so ist dieses im Widerspruch mit dem zur Einheit drängenden Pro⸗
gramm der Mehrzahl der Liberalen, welche die constitutionelle Monarchie, und
der Männer des Fortschrittes, welche die parlamentarische Regierung verlangen.
Ueberdieß würden sich die Fractionen dieser Partheien und mit ihnen selbst die
socialistischen Ultra-Radicalen über die Eintheilung der Gesammtheit in eine
Mehrzahl von Staaten nicht verständigen können. Wesentliche Bedingung
eines wohlorganisirten Bundesstaates ist relative Homogeneität der Bundesglie⸗
der sowohl hinsichtlich der Staatsform als hinsichtlich des Gebietsumfanges.
Im gegenwärtigen deutschen Bunde ist eben das Mißverhältniß zwischen den
beiden Großstaaten, den s. g. mittleren und den kleinen und den allerkleinsten
zum Bunde gehörigen Staaten der Stein des Anstoßes, an welchem fortwäh—
rend die nationalen Bestrebungen scheitern. Nun versuche man einmal den
Preußen zu belieben die Provinzen der jetzigen preußischen Monarchie in eine
Mehrzahl von Staaten zu zerbröckeln, oder den Oesterreichern die Einheit der
Monarchie aufzugeben um ein selbstständiges Tyrol, Oesterreich, Salzburg,
Mäͤhren u. s. w. republikanisch zu gestalten. Auf der andern Seite würden die
Kleinstaaten ihre bisherige Existenz nicht aufopfern, um sich größern annexiren
zu lassen und die letztern würden unter sich wegen dieser Annexionen in Streit
gerathen. Die socialen Verhältnisse sind eben so entschieden der demokratisch—
republikanischen Staatsform entgegen. Ein zahlreicher hoher und niederer Adel,
Mediatisirte, Rittergutsbesitzer, noch immer im Besitze großen Grundeigen—