9. Die Republiken.
dem Moniteur (5. April 1863) seien 1881— 1861 mit englischen Schiffen
1,277,650 Personen aus dem Vereinigten Königreich und andern Ländern nach
den V. St. abgegangen, während die Bevölkerung sich um 8,2285, 464 ver⸗
mehrt habe (Gottard im hiotionnaire gônéral de la Politique Art. Etats-Uniss.
 Im Annuaire de 'Beonomie politique pour 1863, wird die
Zahl der 1830 —1860 zur See angelangten Einwanderer auf beiläufig 2, 187, 273
angeschlagen, wozu dann noch die aus Canada eingewanderten hinzukommen.
Nach diesem erscheint der Beitrag der Immigration zum Fortschritt der Bevöl⸗
kerung schon bedeutend größer. Aber Wappäus Allgemeine Bevölke—
rungsstatistik Th. 1. S. 102 ff. S. 122ff.) zeigt, daß dieser Einfluß noch weit
bedeutender ist, wenn man 1) berücksichtigt, daß die Einwanderer meist im zeu⸗
gungsfähigen Alter sind und über die Altersjahre hinaus, wo der Tod von
4 Jahre und dann noch bis um das 20. Lebensjahr die Hälfte der Neuge⸗
bornen wegrafft, und 2) auch die Kinder und Enkel der seit 1790 Eingewan—
derten in Rechnung gezogen werden. Nach seinen Angaben (aus Tucker, brogress
 of the U, St. und Chickerin g, Immigration in the U. 8t.) hat die Be⸗
völkerung der V. St. durch Einwanderung gewonnen 1790- 1800 1. 80,
1800— 1810 1. 90., 1810 — 20 26/0, 1820 — 1830 2.900, 1830 - 1840
5. 19., 1840 -50 12. 20.
Es liegt aber dem glänzenden Tableau, welches Gottard zur Schau
stellt, noch eine grelle Täuschung zum Grunde, da sich die Zahl der ursprüng—
lich vereinigten 13 Staaten seit 1790 auf 35 vermehrt hat, theils durch Staats⸗
oerträge, theils durch Aufnahme neuorganistrter Staaten in den Bund. Wap—
paus berechnet den natürlichen ZuUwachs Ueberschuß der Geburten über
die Todesfaäͤlle) 1790 — 1800 auf 2.8909, 1800 -1810 auf 2.830, 1810 -
1820 auf 2.7 400, 1820 - 1830 auf 2.640, 1830 - 1840 auf 2. 53204, 1840
— 1850 auf 2.400.
Wir haben uns bemüht, vorerst diese Zahlenverhältnisse festzustellen, da
die Bewegung der Bevölkerung während längerer Zeiträume unstreitig den
greifbarsten Maßstab für den Fortschritt oder Rückschritt eines Landes gibt;
aber, um diesen Punkt möglichst unbefangen zu erörtern, wird man berücksich⸗
tigen müssen, daß die neuorganisirten Staaten ihre Bevölkerung aus den ältern
Bundesstaaten oder durch neue Einwanderer erhalten haben, so daß doch am
Ende auch ihre Population mit in Anschlag genommen werden darf. Auch die
Finwanderung muß in gewissem Sinne mit in Rechnung gebracht werden,
wenn es darum zu thun ist, auf die materielle Prosperität eines Landes zu
schließen, da eben diese es ist, welche die Auswanderer anzieht, und die Descen—
denz der Einwanderer ist in einem im Aufschwung begriffenen Lande zahlreicher
als sie in einem stationären oder sinkenden Lande sein würde. Dieß soll aber
aicht als eine Kritik der Berechnungen von Wappäus gesagt sein, welcher
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