452 Die formale Politik oder Verfafsungslehre.
und 1862 wurde ein Zolltarif festgesetzt, von welchem man sich eine Einnahme
von 70 Millionen versprach. Unter dem Titel des nternalre venue wur—
den vom 1. September 1862 Steuern jeder Art eingeführt und auf Gegen—
stände gelegt, welche bis jetzt in Europa nicht belastet wurden, Stempelabgaben
von telegraphischen Depeschen, Abgaben von der Gasfabrication, von Voll⸗
machten, Patentgebühren, Schlachtsteuern, Abgaben von Backwerk, Erbschafts⸗
steuern, Einkommensteuern, Abgaben von Wagen und Pferden, Silbergeschirr,
Goldschmuck; der Finanzminister Chase hoffte durch diese Steuern 1500 Millio—
nen zu erhalten. Wir haben diese Steuern des internal revenue hier nur bei⸗
läufig des Zusammenhangs wegen erwähnt, da wir hier nur die Wirkungen
der Eingangsgebühren als Schutzzölle ins Auge zu fassen haben, wenn gleich
die Abgaben des internal revenus ebenfalls von Einfluß auf die Industrie sind
und die Wirkung der Schutzzölle mehr oder weniger schwächen.
Die Erzeugnisse der Industrie und der Manufacturen sind von 1880 —
1860 von 1,019 Mill. Dollars auf 1900 Millionen gestiegen; im speciellen
die Gewebe von Baumwolle von 68 auf 115 M. D., die Wollenstoffe von 40
auf 68 Mill., die metallurgische Production zählte 1859 660 Hochöfen, 389
Schmieden, 210 Laminoirs. Gußeisen wurde 1859 840,000 Tonnen, und 1860
884,474 Tonnen geliefert; vom Ausland mußten 500,000 Tonnen importirt
werden; theils die hohen Arbeitslöhne, theils Mangel an Capital werden als
die Ursachen bezeichnet, daß die heimische Production nicht vermag den ganzen
Bedarf zu decken. Man schätzte im J. 1860 den Werth der Maschinen und
mechanischen Vorrichtungen, welche in der Industrie verwendet wurden, auf
mehr als 47 M. D. Im Jahr 1860 stieg der Export auf 400 M. D. Der
Werth der Importartikel betrug 362 M. D. Aber im J. 1861 sank der Ex—⸗
port auf 249 M., die Importationen auf 335 M. Vor 1820 hatten die Ein—
fuhren immer die Ausfuhren überstiegen und betrugen in diesem Jahr 69,691,669
M. an Exporten, 74,450,000 an Importen. 1840 betrugen die Erxporten
132,085,946 M., die Importen 107,141,519 M., im J. 1850 respective
151,898,120 und 178,136,729 (wobei freilich der gesammte Handel auch mit
fremden Producten und Manufacten inbegriffen ist). Nach diesem ist nicht zwei⸗
felhaft, daß die Finanzhoheit und das Steuerwesen des Bundes für Hebung
der heimischen Industrie vortheilhaft gewirkt haben. Doch darf nicht außer
Acht gelassen werden, daß das Steigen dieser Ziffern und die günstigere Han—
delsbilanz zu einem großen Theile auch anderen Ursachen, der vermehrten Popu⸗
lation und der Ausfuhr von Cerealien und Gold zuzuschreiben sind; auch der
verminderte Credit der V. St. im Auslande und die verminderte Fähigkeit zu
kaufen sind bei der Handelsbilanz zu berücksichtigen; es heißt daher auch in
dieser Hinsicht, es ist nicht Alles Gold was glänzt. Einige Ziffern, welche wir
dem Annuaire de l'Economie politique pour 1861 et pour 1863 (Art. Etats-