9. Die Republiken.
nen Kupfer gewonnen; das Eisen findet sich überall und in geringer Tiefe. An
Steinkohlen sind bereits 200,000 Acres oberflächlicher Ausdehnung ermittelt,
d. h. mehr als 10 Mal soviel als in England; aber zur Zeit wird nur “/ der
englischen Production geliefert. Silber, Nickel, Zink, Blei, Erdpech ist eben⸗
falls vorhanden; Quecksilber wird aus Kalifornien für bedeutende Summen
exportirt. Die Production von Cerealien, Mais, Tabak, Zucker ist bekannt;
weniger, daß auch der Rebbau in den letzten Jahren durch die Bemühungen
deutscher Einwandrer in Ohio und Missouri bedeutende Fortschritte gemacht hat
and verspricht ein vorzügliches Product zu liefern Gottard a. a. O.). Wir
entheben dem Annuaire del' Econ. polit. pour 1863 folgende Notizen: Kali⸗
sornien exportirte 1860 für 352,925 D. Quecksilber; in frühern Jahren hat
sie wiederholt einen Betrag von beinahe 1 Million erreicht. Das Product des
Weinbaus 1860 ist auf 360, 000 Gallonen (ca. 1,100,000 Litres) geschätzt;
ein Franzose fabricirte in Sanfrancisco 150,000 Flaschen Champasne Californien.

Welches also die künftigen Schicksale Nordamerika's und des Staatshaus⸗
haltes der Union sein mögen, so sind für den materiellen Wohlstand der Ein—
wohner reiche Hülfsquellen vorhanden. Wenden wir zum Schlusse den Blick
noch auf den wichtigsten Punkt der moralischen Zustände, das Sklaventhum.
Diese Frage und der Kampf zwischen dem System der Schutzzölle und dem
Freihandel haben zusammengewirkt, um die Trennung der Südstaaten herbei⸗
zuführen. Doch ist die Darstellung des Kampfes wegen Fortbestand oder Abo⸗
ition der Sklaverei von höhern Gesichtspunkten und wegen ihres Zusammen⸗
hanges mit den Vorgängen in andern Staaten von solcher Wichtigkeit und auch
bei der moöglichsten Kürze so stoffreich, daß wir uns bemuͤßigt sehen diesem
Gegenstande einen besondern Paragraphen zu widmen.

26. Die Ssalaverei der Neger in den P. St. und andern Colonieen, der s ssavenhandel
nd die Pestrebungen zu Anterdrückung und Abschaffung beider.
Was wir von der Identität oder Verschiedenheit der Menschenracen, na⸗
mentlich des kaukasischen Stammes und der Negervölker halten und die wissen—
schaftlichen physiologischen und archäologischen) Gründe dieser Ansicht haben
wir bereits im II. B. dieses Handbuches d 27 angedeutet. Wir finden uns
aicht bewogen, die Ueberzeugung aufzugeben, daß wesentliche physiologische
Eigenthümlichkeiten die Inferiorität der Negerrace als Naturgesetz bedingen
und könnten daher eine Tutel der Weißen über schwarze Arbeiter, welche die
Familienbande achtete und von grausamer Willkür durch staatliche Aufsicht ge⸗
reinigt würde, nicht für absolut verwerflich achten. Die genaue Erwägung der
Zustaͤnde der Republik Liberia, wo sich freie Neger nach ihrer Weise geriren,