l1, 1. Politik der innern Staatsverwaltung. 569
Grunden ein Schuldig nicht ausgesprochen werden kann, der Angeklagte aber
durch Unfittlichkeit die Untersuchung veranlaßt hat. Das Scandal ist meist
schon durch die That erzeugt und kann durch die Schmach der Schuldigen nur
gedämpft werden. Diese discretionäre Befugniß kann leicht aus Gunst miß—
draucht werden. Jedenfalls sollte die geheime Verhandlung nur nach Anhören
der Betheiligten und durch einen förmlichen Gerichtsbeschluß erkannt werden.
Wir haben in dem Obigen das Verfahren in Strafsachen vorzüglich im
Auge gehabt, müssen aber jetzt noch die Frage beantworten, ob die Jury
auch in bürgerlicher Streitigkeit interveniren solle. Man kann
diese höchst wichtige aber unzweifelhaft sehr schwierige Frage kurz beantworten
wenn man bloß die eigene Ansicht als maßgebend betrachtet; aber um den Leser
n den Stand zu setzen einzusehen, was die Einführung der Jury in Civilsachen
mit sich bringt, welches die Bedingungen der Möglichkeit sind, wie sich dieses
Institut in England, auf das man hinweist, in der Wirklichkeit gestaltet, kurz
am den Leser zu befähigen mit gründlicher Sachkenntniß ein Urtheil zu fällen,
ist eine nähere Entwickelung nothwendig, welche sehr ausgedehnt werden könnte,
die wir aber versuchen werden, möglichst zu concentriren, indem wir bitten,
manche Lücken, die man finden möchte, dem Mangel an Raum zuzuschreiben.
Im Kurzen hat der schon citirte Artikel Jury im Diet. gépér. de la Politique,
die Frage trefflich beantwortet: S. 159. »Du Jur y oivil. Considéré com me
iastitution politique le Jury offre en matière civile les mèê mes avan-—E
 criminelle. (der Artikel führt Tocqueville und Cher⸗
zuliez an, welche die Sache von diesem Standpunkte beurtheilen). Considéré
aw contraire comme institutionjudiciairele jury ne présente pas
au civil les meê mes avantages qu'au criminel. Au civil, on m'a pos à craindre
des préventions, celte routine et cette dureté, qui font redouter les magistrats
 dans les procès criminels et on a besoin de l'expérience et des
— matière civile les proeès
 sont plus nombreux, les questions plus compliquées, les faits plus inimément
 liès au droit qu'en matière criminelle. Il saut done exiger des
jurés des aptitudes heaucoup plus élevées: trouvera-t-on un nombre sufsi-Sant
 de jurés présentant ces aptitudes? D'ailleurs il y a toujours un très
grand nombre d'affaires, qui ne peuvent être soustraites à la juridiction
des tribunaux permanents. Ce n'est pas qu'il faille condamner le jury
eivil: peut-êtro même doit on Penvier aux peuples chez lesquols il foncionne.
 Mais on nesaurait, aumoins quantà présent, letrans
dorter par-tout. IEya cependant un ordre de matières ou
bintervention dusuryestune garantie nécessaire. Nous voulons
 parler de la fixation des indemnités, qui rés ultent d'expropriation
 pour cause d'utilité puhlique. Dans les contestations de