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Materelle Politik.

Gaukelspiel der jetzigen, um die Vortheile der Regierungsgewalt kämpfenden
parlamentarischen Partheien auch in England eine weisere Richtung der aus—
wärtigen Politik herbeiführen wird.

3. Der diplomatische Verkehr.

813. Begriff der Dipsomatie: ihre Aufgabe und Verdienste.

Die Berathung der auswärtigen Angelegenheiten und die Maßregeln zu
Wahrnehmung der Sicherheit und Interessen des Staates dem Auslande gegen—
über fallen in die Competenz der höchsten Staatsbehörde, welche die Souverä—
nität besitzt oder ausübt und dem Auslande gegenüber den Staat repräsentirt,
welche für die Sicherheit des Ganzen zu wachen hat und von der obersten Stel—
lung die Uebersicht der Bedürfnisse und Interessen aller Landestheile und Clas—
sen hat und für dieselben gleichmäßig nach ihrer relativen Wichtigkeit und Dring—
lichkeit sorgt. In den monarchischen Staaten ist diese Fürsorge dem Fürsten
und seinem Cabinete oder Ministerrathe vorbehalten. In diese Sphäre gehö—
ren die militärischen Vorkehrungen, das Zollwesen und andere Maßregeln,
welche eine Regierung einseitig ergreift, ohne daß sie der Zustimmung anderer
Staaten bedarf. Soweit aber eine Verständigung mit andern Staaten erfor—
derlich ist, wird der Verkehr ein diphomatischer, und die Organe oder Per—
sonen, welche im Namen der betheiligten Staaten verhandeln, Diphomaten
genannt. Es ist in neuerer Zeit Mode geworden, über die Persönlichkeit der
Diplomaten und über ihre Leistungen zu spötteln. Die Ursachen dieser böswil—
ligen oder kannegießerischen Beurtheilung in Tagblättern, Brochüren, Kneipen,
Versammlungen ist theils in dem Verdrusse zu suchen, daß die Staatsgeheim—
nisse der Diplomaten denjenigen, welche sie verwerthen möchten, nicht mitge—
theilt werden, in dem Bedürfnisse der Philister in ihren müßigen Stunden die
Hochgestellten durchzuhecheln, theils in den ehrgeizigen oder subversiven Ab⸗
sichten einer parlamentarischen Opposition oder der Umsturzparthei, welche die
Staatsgewalt bei dem Volke der Geringschätzung oder dem Hasse Preis geben
möchten, theils in der crassen Unwissenheit der Mehrzahl hinsichtlich der Natur
der diplomatischen Geschäfte und Verhandlungen. Man hat zuweilen den Di⸗
plomaten vorgeworfen, daß sie bei Congressen oder Friedensverhandlungen wie—
der Preis geben, was das Schwert errungen hatte, als ob es vom Uebel wäre,
daß das Recht des Stärkern nicht unbedingt entscheidet, daß die Berechnung
der Zukunft und die Intervention dritter dem Sieger Mäßigung und Klugheit
gebieten. Den Diplomaten Napoleons konnte man allerdings jenen Vorwurf
nicht machen. In allerneuster Zeit hat man das Nichtsergebniß der londoner
Conferenzen betreffend die Angelegenheit Schleswig⸗Holsteins als einen Beweis