2 Fünftes Buch. Erstes Kapitel. Landes geführt zu haben; wiederholt hatten sich fränkische Reichstage in Sachsen versammelt, die Hauptführer des Auf— standes, eine Anzahl Edler, unter denen der Westfale Widukind hervortritt, waren nach Dänemark entflohen; schon erstreckten sich die Anfänge der christlichen Mission in ziemlich eingehender Organisation wenigstens über Westfalen. Doch der Stolz des Stammes bäumte sich auf gegen die neue Ordnung. Im Jahre 782 kehrte Widukind zurück aus dem heidnischen Dänemark, wo nordgermanischer Glaube noch am weitesten hineinragte in die anders geartete Welt der West— germanen. Er rief einen Teil der Sachsen des Nordostens zur Empörung; ein fränkisches Heer unter sorgloser Fuhrung ward am waldreichen Süntel geschlagen. Aber er überschätzte seine Macht. Ein Teil der Sachsen blieb der fränkischen Sache treu! und hat schließlich die rebellischen Landsleute den Franken in die Hände geliefert: Karl aber hat ihrer viertausendfünfhundert an einem Tage zu Verden hinrichten lassen. Da ging es wie Ein Schrei durch das Sachsenvolk, und schrecklicher entbrannte der Aufruhr des Jahres 783 über alles Land. Karl besiegte die Engern bei Detmold, die Westfalen an der Haase, von da zog er zur Elbe und ließ die wider—⸗ spenstigen Edeln nach den Provinzen des Frankenreichs ver— bringen. Vergebens. Nochmals erweiterte sich die Empörung im Jahre 784: die Friesen nahmen an ihr teil, und heimliche Sendboten des alten Glaubens schürten von Dänemark aus das Feuer des Widerstands. Karl erkannte die Unmöglichkeit unmittelbaren Eingriffes durch Sieg und Unterwerfung; es schien ihm genug, in wiederholten Zügen durch das Land die noch ungebrochene Gegenwart der Frankenherrschaft zu beweisen; selbst im Winter von 784 auf 788 blieb er im Lande, das Heer ward in Baracken untergebracht. Erst im Jahre 785 erfolgte die Pacifikation. Aber sie war weit entfernt von Besiegung. Nach längeren Verhandlungen 1Val. Hauck? Bd. 2, 388 Anm. 2 und D. Schäfer in der Hist. gt. Bd. 78 (1897) S. 285