140 Neuntes Buch. Erstes Kapitel. der zäheste Widerstand erstehen mußte, denn sie sündigten wider Natur und Geschichte des Landes. Und es war klar, daß dieser Widerstand um so eher hervorbrechen mußte, als die Machtstellung Friedrichs in Oberitalien alsbald die Eifersucht von Byzanz und Venedig, von Sizilien und Rom in erhöhtem Maße herausforderte, wie denn schon im Jahre 1164 gegen weitere italienische Absichten Friedrichs eine Koalition der meisten dieser Mächte zu stande gekommen war. Jetzt nun, im Spätherbst 1166, schien Friedrich noch mit der stummen Unterwerfung der Lombarden rechnen zu dürfen. Stolz zog er zum viertenmal über die Alpen; als Ziel der Fahrt verkündete er die EGroberung Roms und die Einsetzung Paschalis III. in das Patrimonium Petri. Rasch zog er durch die Lombardei, ohne die Klagen der Bürger zu hören; im Januar 1167 be— lagerte er das griechenfreundliche Ancona, während Reinald mit einem andern Heeresteile Toscana durcheilte und Tivoli besetzte, die den Römern fast stets feindliche Stadt. Nun zogen die Römer gegen die kühne deutsche Schar aus; sie belagerten Tivoli; schon schien das Schicksal der Deutschen entschieden. Da er— schien mit einem Ersatzheere Erzbischof Christian von Mainz, einer jener großen Krieger und Diplomaten Friedrichs J.; die Römer gerieten zwischen die Belagerten und den Entsatz, am 29. Mai 1167 wurden sie völlig geschlagen. Kaum hörte Friedrich vor Ancona von dem unerwarteten Glück, so eilte er zum Tiber; am 24. Juli war er bis zum Monte Mario gelangt, wenige Tage, und die Leostadt war in deutschen Händen. Am 29. Juli steckten die Deutschen die Marienkirche, nahe dem Petersdom, in Brand; die Domthüren wurden eingeschlagen, bald tobte der Kampf um das Grab der Apostel. Alexander III. mußte fliehen — es war ein Um— schwung ohnegleichen. Aber dem überraschenden Erfolge drängte ein nicht minder erstaunliches Mißgeschick nach. Am 2. August fiel ein Platzregen über der Campagna nach sengender Morgenglut; Fieberdünste wallten empor; schon am 3 August begann der Tod im Heere der Deutschen zu würgen.