274 Neuntes Bnuch. viertes Kapitel. Schwerin besiegte die Dänen bei Mölln, Graf Adolf IV. von Schauenburg kehrte nach Holstein zurück, Lübeck schüttelte das dänische Joch ab. Erst dann ward König Waldemar am 17. November 1225 entlassen, aber auf Grund von Be— dingungen, die der Schweriner Graf vereinbart hatte; der König zahlte 45 000 Mark, verzichtete auf seine Eroberungen im Reichsgebiet und bestätigte den lübischen und hamburger Kaufleuten die alten Privilegien in seinem Lande. Als sich Waldemar dann, freigelassen, vom Papste seines Eides ent— binden ließ und die Bedingungen nicht hielt, da traten ihm Fürsten, Städte und Herren des Nordostens gemeinsam bei Bornhövede entgegen und schlugen ihn völlig aufs Haupt, am 22. Juli 1227. Es war eine Entwickelung, in der sich der Nordosten völlig vom Reiche zu lösen schien; sie war in diesem besonderen Charakter zurückzuführen auf den päpstlichen Einfluß gegenüber dem erzbischöflichen Gubernator. Wurde Engelbert im Nordosten durch kirchliche Rücksichten bestimmt, so verfolgte er in der äußeren Politik nach Westen und Nordwesten bald ausschließlich niederrheinische Interessen. In diesen Richtungen war die überlieferte Politik der Staufer franzosenfreundlich und gegen England gewendet; schon der enge Zusammenhang der Welfen mit der englischen Königsfamilie be— dingte das. Diese Tradition war auch von Friedrich II. ein— gehalten worden; schon im Jahre 1212 hatte er mit König Philipp von Frankreich einen Vertrag geschlossen, der sich gegen England richtete; er wiederholte ihn mit dessen Nachfolger Lud— wig VIII. zu Catania, November 1224, und wies seinen Sohn Heinrich zu verwandten Besprechungen mit dem französischen König an. Dieser Auftrag behagte nun dem niederrheinischen Guber— nator in keiner Weise; er lief unmittelbar gegen die mehr eng— lischen Interessen seiner Lande und der Stadt Köln. So wußte er die deutsch-französischen Verhandlungen zu hintertreiben und arbeitete statt dessen an einer deutsch-englischen Verbindung, deren Festigkeit durch die Verheiratung König Heinrichs mit einer