Zerfall des Reiches. 278 englischen Königstochter gewährleistet werden sollte. Selbst— verständlich konnte der Kaiser dem Gubernator auf diesem Wege nicht folgen; er erwählte vielmehr Margaretha, die Tochter des Herzogs Leopold von sterreich, zur Gemahlin seines Sohnes. Die Gegensätze waren damit aufs deutlichste ausgesprochen; es war klar, daß sich die Regierung des Gubernators nicht — wurde Engelbert am 11. November 1225 bei Schwelm von einem Verwandten, dem Grafen Friedrich von Altena, aus persönlichen Beweggründen ermordet. Nun hieß es ein neues Reichsregiment begründen. Die Erwägungen Friedrichs führten ihn naturgemäß von den Pfaffen⸗ fürsten zu den Laienfürsten, vom Niederrhein nach Süddeutsch— land; er ernannte zuerst den Herzog Leopold von sterreich, dann den Herzog Ludwig von Baiern zu Reichsverwesern; die ministerialischen Beiräte blieben bestehen. Allein die Haltung auch dieses Regimentes entmutigte bald. Die großen Städte, wesentlich den geistlichen Territorien an— gehörend und darum unterwürfig, solange die Macht bei den Pfaffenfürsten gestanden hatte, erhoben jetzt freier ihr Haupt, da die Bischöfe zurücktraten; zum erstenmale hört man von einem größeren Städtebündnis politischer Natur zwischen Mainz, Bingen, Worms, Speier, Frankfurt, Gelnhausen und Fried⸗ berg gegen das Erzbistum Mainz; Lübeck und der Herzog von Sachsen verbinden sich; Kämpfe erheben sich manchen Ortes zwischen den Bischöfen und Städten, und das Reichsregiment tritt in einigen Fällen, wie in Verdun und Regensburg, viel— leicht allzusehr auf Seiten der Städte. Wurde diese Politik, die zunächst von den Laienfürsten eingeschlagen war, um die Pfaffen— fürsten zu bedrängen, allzu eifrig fortgesetzt, so war kein Zweifel, daß sie leicht zu einem Kampfe aller gegen alle hätte führen können. Allein ehe solche Ergebnisse zu Tage treten konnten, wurde das Regiment Ludwigs jäh unterbrochen. König Hein— rich, ein durch den frühen Nimbus der Macht mißleiteter Jüngling, dem besemen leider alze groz, den swerten 18*