Deutsche Erfolge i. ãußersten Osten; Schicksale d. Kolonis ation bis 1300. 375 Schicksale des 10. bis 12. Jahrhunderts im Nordosten, zwischer Elbe und Oder, vor allem nötig sein, die analogen Bewegungen gleicher Zeit im Südosten, an der Donau kennen zu lernen. Hier waren die Anfänge einer großen Ostmark aus der Zeit Karls des Großen um die Wende des 9. und 10. Jahr⸗ hunderts im Sturm der Ungarneinfälle wieder verloren gegangen. Von neuem wurde deutscher Einfluß erst wieder begründet mit den vierziger Jahren des 10. Jahrhunderts durch die Ungarn— kämpfe der bairischen Herzöge und den Sieg Ottos des Großen auf dem Lechfeld (968): in gemeinsamer Arbeit haben die zunächst beteiligten Stämme und das Reich hier wie an der Elbgrenze dem Vordringen deutschen Wesens nach Osten Vor⸗ schub geleistet. Freilich wurde der Sieg auf dem Lechfeld in dieser Richtung nicht dauernd ausgenutzt. Weder Otto der Große noch die Baiernherzöge haben anscheinend rasch organisa⸗ torisch eingegriffen. Zwar wurden adligen und geistlichen In⸗ stituten große Landstrecken in den deutsch⸗ magyarischen Grenz⸗ gebieten verliehen und damit der Grund gelegt zu der von den Vorgängen im Elbgebiet völlig abweichenden, nicht vom bäuer⸗ lichen, sondern vom grundherrlichen Element getragenen Kolo⸗ nifation der österreichischen Lande. Staatliche Einrichtungen aber erscheinen erst gegen Schluß der Regierung Ottos des Großen; nicht vor dem Jahre 970 wird ein Markgraf an der Mur erwähnt, in der Gegend der späteren Kärntnermark, der heutigen Steiermark, und noch später tritt Liutpold, aus angeblich babenbergischem Geschlecht, als der erste Mark— graf in Osterreich hervor!; doch reicht sein Gebiet donau— abwärts höchstens bis in die Gegend zwischen Melk und Mautern. Es ist die Ausdehnung der Mark, welche die erste, unter Bischof Piligrim von Passau aufgezeichnete lateinische Fassung des Nibelungenliedes für die Beziehungen der Deutschen zu den Heunen voraussetzt. Aber schon unter Liutvold (994) wurde das Land bis zum 1 Ostarrichi zuerst im Mei 9 st Jahre 996: Meiller, Regg. der Babenberger