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        <title>Urzeit und Mittelalter</title>
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      <div>Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 158

die gefälschte konstantinis che Schenkungsurkunde begründet ward:
die Kaiser haben ein solches Recht niemals anerkannt. Für sie
gehörte Sizilien von Rechtswegen zum Reiche; selbst ein so
schwacher König, wie Konrad III. hat König Roger II. von Sizilien
als invasor imperii bezeichnet. Unter diesen Umständen erregte die
Verlobung Heinrichs, des künftigen Kaisers, mit Constanze überall
im Reiche von neuem universale Ansprüche, und man freute sich,
daß zum längst bestandenen Anrecht des Reiches auf Sizilien
nunmehr noch das neue, durch Heirat erworbne hinzutrat.
In der That ward die staufische Politik erst durch die
Aussicht auf Sizilien zu wahrhaftem Universalismus befähigt.
Wie lange noch, und die Staufer verfügten neben den mili—
tärischen Kräften Deutschlands über die finanziellen Mittel der
Lombardei und die administrative, militärische und finanzielle
Macht Siziliens, des ersten Polizeistaats der Welt im 12. und
13. Jahrhundert. War dann für andere Staaten in Italien
noch mehr als eine untergeordnete Stellung erreichbar? Und
war dann die universale Gewalt des Papsttums noch fürderhin
denkbar? Schien dem Papsttum nicht eine Rückentwickelung zu
dem äußeren, vielleicht sogar geistigen Machtstand des Kar—
lingischen oder des Oitonischen Zeitalters zu drohen?
Auf Alexander UI., der am B. August 1181 gestorben
war, war Lucius III. gefolgt; er stand ganz unter dem Druck
dieser Vorstellungen. Aber er fand kein Mittel entsprechender
Gegenwirkung; uͤnmutsvoll, halb feindlich gab er in nörgelnden
Zwisten seiner Gesinnung gegenüber dem Kaiser Ausdruck.
Anders verfuhr Urban III., der Lucius am 25. November 1185
folgte. Er bestritt dem Kaiser das Recht auf den Genuß der
Regalien und gewisser Teile des Reichskirchengutes während
bischöflicher Sedisvakanzen, von denen wenigstens das Regalien⸗
recht in Italien als althergebracht und in Deutschland als
immnerhin völlig eingebürgert gelten konnte; er forderte, daß
alle kirchlichen Zehnten aus Laienbesitz an die Kirchen zurück—
gegeben würden; er sprach sich gegen das Institut der Laien—
vogteien bei den Kirchen aus, durch deren Begründung und
Erlderb die Laien der immer größeren Ausdehnung des Kirchen—</div>
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