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        <title>Urzeit und Mittelalter</title>
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      <div>154 J Neuntes Bnuch. Erstes Kapitel. 
vermögens entgegenzutreten versucht hatten, namentlich seit jener 
Zeit, wo die Laterankonzilien von 1128 und 1189 und noch 
mehr die Praxis Alexanders III. das Kirchenpatronat der Laien 
seiner alten Bedeutung zu entkleiden begonnen hatten. Kurz, 
er suchte überall die Nähte zu lockern und zu zerreißen, die 
staatliches und kirchliches Leben in Deutschland verbanden: sein 
Ziel war ein neuer Prinzipienstreit, wie deren der Investitur⸗ 
streit einer gewesen war. Zur kräftigen Entfaltung des Kampfes 
aber suchte er diplomatischen Halt bei allen Gegnern des Kaisers, 
beim König von England, dem Verwandten Heinrichs des Löwen, 
beim Erzbischof von Mainz und vor allem beim Erzbischof von 
Köln, Philipp von Heinsberg. 
Philipp war bisher einer der treuesten Anhänger des 
Kaisers gewesen; darum hatte dieser nach dem Sturze Heinrichs 
des Löwen seine Dienste durch Begründung und Verleihung des 
Herzogtums Westfalen belohnt. Aber gerade diese Gnade, die 
Philipp dem Kaiser doppelt zu verpflichten bestimmt war, ward 
Anlaß zu einer völligen Schwenkung. 
Von jeher hatte der Niederrhein im lebhaftesten Verkehr 
mit England gestanden, sein Gravitationscentrum lag rhein⸗ 
abwärts, an den Küsten und jenseits der Küsten des Meeres. 
Das stellte sich immer offenkundiger heraus, je mehr der Handel 
zunahm: schon gegen Schluß des 12. Jahrhunderts wetteiferten 
deshalb englische Sympathieen am Niederrhein mit der Treue 
gegen das Reich, und Köln, das große Emporium des Landes, 
trat offen für England ein. Es war eine Strömung, der sich 
Philipp von dem Augenblick an nicht mehr entziehen konnte, 
wo er als Kölner Erzbischof zugleich Herzog westfälischer, dem 
Niederrhein zugewandter Territorien geworden war: nur eine 
englische Politik war ihm noch möglich. Englische Politik ver 
langte aber für Deutschland welfische, kaiserfeindliche Absichten; 
sie führte Philipp zugleich in ein immer engeres Verhälinis zu 
den Friedrich feindlich gesinnten Herrschern von Flandern und 
Dänemark; bald erschien er als vorgeschobener Posten eines 
großen nordwestlichen Bundes gegen den Staufer. Und nun 
suchte das Papsttum sich jenem Bunde zu nähern.</div>
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