Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum; goldene Bulle. 73 gegen Avignon vorschob, deren Interessen das Rhonethal be—⸗ herrschten. Mit den ersten Jahrzehnten des 14. Jahrhunderts schließt sich der Kreis französischen Einflusses um die Kurie: hald werden die Päpste französische Hofbischöfe sein, und ein Angehöriger des französischen Königshauses wird die Voll—⸗ streckung eines kirchlichen Bannes von sich aus befehlen können mit der Bemerkung: ne le Saint-Père ne s'en a de riens a mesler, ni nous ne le souffrerions. II. Wie sehr das Verhältnis zwischen dem Papsttum und seiner französischen Schutzmacht schon im Beginn des 14. Jahr⸗ hunderts auf Deutschland einzuwirken vermochte, zeigte sich IAlsbald nach dem Tode König Albrechts J. Den Franzosen kam kaum ein Zweifel darüber, daß Albrechts Nachfolger am besten ein französischer Prinz sein werde, hatten sie doch schon im Jahre 1298 ernste Versuche einer französischen Kandidatur gemacht. Jetzt führte Pierre Dubois, einer der bedeutendsten Köpfe unter den zahlreichen französischen Verfassern politischer Traktate in dieser Zeit, dem König Philipp zu Gemüte, er solle das römische Reich für sich nehmen, durch den Papst das Kurrecht der deutschen Fürsten aufheben lassen und diese durch Anerkennung ihrer territorialen Freiheitsbestrebungen entschädigen. Und Philipp, wenn auch nicht durch diese politischen Träumereien geblendet, wirkte doch ernstlich für die Kandidatur seines Bruders Karl von Aniou und Valois. Es war ein Schritt, der den Papst Clemens V. in arge Verlegenheit brachte. Konnte er ihm offen widersprechen? Aber noch weniger war er in der Lage, ihn zu billigen. So wand er sich, in übrigens meisterhaft geführter Politik, hin Messac. des sciences hist. 1877 S. 114, 1347.