Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum; goldene Bulle. 77 verabscheute ihn als Verschwender und ausschließlichen Städte— freund; und mit dem Adel wirkte gegen ihn der mächtige Orden der Cisterzienser. Daneben erhoben Ansprüche: das Haus Habsburg, das Reich, und Elisabeth, eine jüngere, noch unver— mählte Schwester Wenzels III. Heinrichs Politik bei dieser Lage war gegeben. Er fand die Habsburger ab, indem er ihnen Mähren gegen 50000 Mark verpfändete. Er nahm die Bitten der Cechen, welche Elisabeth in den Vordergrund schoben, wohlwollend auf. Aber er ver— einigte sie mit seinen Interessen, indem er Elisabeth, schwerlich gegen deren Willen, mit seinem vierzehnjährigen Sohne Johann vermählte und diesem Böhmen als Reichslehen übertrug. Es waren Vorgänge, die sich rasch und glatt abspielten: ein glänzender Reichstag zu Speier sah am 830. August 1810 Be— lehnung und Hochzeit zugleich. Und auch die Einführung des jungen Johann in sein neues Reich gelang über die Maßen; am 7. Januar 1311 wurde er zu Prag gekrönt. Rechnet man hinzu, daß es den gewiegten Vertretern des Königs in Böhmen, dem Erzbischof Peter von Mainz und dem Grafen Berthold von Henneberg glückte, auch die thüringischen Wirren durch Anerkennung der Reichsunmittelbarkeit der Landgrafschaft bei— zulegen und so Böhmen nach Norden hin zu sichern, so darf behauptet werden, daß kaum ein politischer Erwerb des 14. Jahrhunderts gleich günstig von statten ging: mit Einem Schlage waren die Luxemburger unter die großen Häuser Deutschlands getreten. Und ward auch das Land unter Johann, einem ruhelosen Projektenmacher, schlecht verwaltet, so blieb es dem Haus doch erhalten: bis es Karl IV., schon im Jahre 1334 vorübergehend sein Beherrscher, zum trefflichsten Besitze zu entwickeln verstand. Für König Heinrich aber machte der Erwerb Böhmens in gewissem Sinne nur Episode. In Frankreich gebildet, an auswärtige Beziehungen gewöhnt, strebte er sofort den großen internationalen Aufgaben des deutschen Königtums zu; schon am 2. Juni 1810 hatte er den Papst um den Vollzug der Kaiser— krönung ersucht.