Kämpfe zwischen Papsttum und Kaisertum; goldene Bulle. 81 zwischen Robert und Heinrich. Aber der Kaiser verstand die Maßregel, und er antwortete drum mit einer deutlichen Ab— sage an den Papst. Das Papsttum sei eine rein geistliche Macht, hieß es in einem von ihm eingeforderten Rechtsgut— achten, es sei in weltlichen Dingen dem Kaiser untergeordnet, wie ein Bistum dem Landesherrn. Petri und seiner Nach— folger Eigentum sei Fischergerät und Evangelium; die Welt gehöre dem Kaiser, und ihre Hauptstadt sei Rom. Zugleich schloß Heinrich mit König Friedrich III. von Sizilien ein Schutz- und Trutzbündnis gegen Neapel; und am 26. April 1818 sprach er dem Anjou sein Reich ab, ächtete ihn und verurteilte ihn zum Tode. Darauf bedrohte der Papst jeden Angriff auf Neapel als päpstliches Lehen mit dem Banne. Der Streit der Prinzipien lag klar in den politischen Handlungen aus— gedrückt, Friedrich und Heinrich setzten sich trotz des Papstes gegen den Anjou in Bewegung; alles stand auf der Schneide des Schwerts: da starb Kaiser Heinrich zu Buonconvento. Es war am 24. August 1313. III. Was half es, daß man in Deutschland im ersten Augen— blick der Bestürzung klagte, ein Herrscher sei dahingegangen, wie ihn das Reich seit fünfhundert Jahren nicht besessen? Die auswärtige Politik Heinrichs, vor allem seine italienischen Er— folge, hafteten ausschließlich an seiner Person; mit seinem Tode waren sie beseitigt. Nicht auf die Kurie oder auf Frankreich hatte man jetzt zu blicken; es galt die Ausschau daheim nach einem neuen König. Da bot sich zunächst Johann dar, der Sohn des ver—⸗ storbenen Kaisers. Aber er war noch nicht einmal mündig; und so traten nur Erzbischof Balduin von Trier, sein Oheim, und Erzbischof Peter von Mainz, der alte Freund der Luxem— burger, für ihn ein. Daneben mußte vor allem Friedrich, der schöne und edle, aber wenig begabte Führer des Hauses ster⸗ reich in Betracht kommen: wie leicht hätten die Habsburger, wären sie in diesem Augenblick auf den Thron gelangt, durch Lamprecht, Deutsche Geschichte. IV. 3