Königtum und Kämpfe zwischen Eürsten, Adel und Städten. 378 Wir kennen die habsburgische Politik gegenüber der Schweiz; sie lief darauf hinaus, durch Eroberung von eid— genössischem Boden den Zusammenhang der vorderösterreichischen Gebiete auf der schweizerischen Hochebene, im Schwarzwald und am Oberrhein mit dem Hauptlande in den Ostalpen und an der Donau herzustellen!. Diese Politik gelangte nun unter dem kühnen und ehrgeizigen Herzog Leopold III. zu besonders lebendiger Durchführung. Leopold hatte im Jahre 1379 seinen ilteren Bruder Albrecht III. zur Teilung der habsburgischen Länder gezwungen; dabei waren ihm alle Länder außer dem eigentlichen Osterreich zugefallen, so namentlich Tirol und Vorderösterreich: niemandem mußte der Kampf gegen die Schweiz näher liegen, als ihm. Die Eidgenossen übersahen diesen Zu— sammenhang sehr wohl, um so mehr, als Leopold auch sonst nach allen Seiten hin ausgriff; er suchte Treviso zu gewinnen, er brachte die Grafschaft Hohenberg käuflich an sich. Leopold war nun aber auch einer der gefährlichsten Gegner der süddeutschen Städte: er hatte den schwäbischen Bund um die Erfolge seines Sieges über den Adel gebracht?. Bei dieser Lage ergab sich eine Koalition des schwäbischen und damit auch des rheinischen Städtebundes mit der Eid—⸗ zenossenschaft gleichsam von selbst, wenigstens soweit deren Glieder städtischen Charakters waren; am 21. Februar 1885 ward fie zu Konstanz geschlossen; bald darauf trat ihr auch noch die Stadt Mühlhausen bei, die von Vorderösterreich her Gefahr fürchtete. Die Einung lautete wenigstens für die Eidgenossen und die schwäbischen Städte auf weitgehende Pflichten gegenseitiger Unterstützung im Kriegsfall. Und bald kamen die Eidgenossen in die Lage, die Hilfe der Städte zu beanspruchen. Im Jahre 1886 drang Herzog Leopold mit einem glänzenden Heere von Fürsten und Rittern gegen die Schweiz vor; 165 Absagebriefe hatten die Eidgenossen erhalten, darunter auch solche von Baden und Württemberg. S. oben S. 129. 2 S. oben S. 368.