Verfall des deutschen Einflusses nach außen, Ruin im Jnnern. 473 ZBꝛ Konkurrent des ehrwürdigen Petershofes zu Now— gorod. So lagen die Dinge südöstlich der Ostsee, als sich die nordische Union zu bilden begann. Und während die wendischen Städte der Hanse, das maßgebende Centrum der städtisch— politischen Bewegung, der Politik der Königin Margaretha schweigend zusahen, ließen der Deutschorden und die preußischen Städte sich nicht abhalten, der drohenden Gefahr einer skandi⸗ navischen Vorherrschaft auf der Ostsee entgegenzutreten. Kräftig griffen sie ein; Ostern 1898 eroberte der Deutschordensmeister Wisby und die Insel Gotland und unterdrückte zugleich die See— räuberei der dänischen und deutschen Adligen, die, in den nordischen Reichen wie im baltischen Deutschland zur Ruhe gezwungen, seit mehreren Jahrzehnten eine brutale und ver— heerende Thatkraft zur See entfaltet hatten. Damit schien das Übergewicht des Ordens auf der Ostsee entschieden; sein Gebot galt am ganzen östlichen Gestade und in seiner Hand befand sich Wisby, der strategische Schlüssel der damals wichtigsten Handelswege des Meeres. Aber ganz anders verlief die Entwicklung. Im Jahre 1407 überließ der Orden Gotland wieder an Schweden, und wenige Jahre darauf ttand er in Preußen selbst am Anfang des Endes. Den äußeren Anlaß zum Umschwung bot das Verhältnis zu Preußen und Litauen, den inneren Grund die Thatsache, daß die Ordensherrschaft im Lande selbst sich zu zersetzen be— gann. Hatte die besondere Erscheinung, daß die Landesherrschaft aus einer Körperschaft bestand, in Preußen anfangs eine besonders vorurteilsfreie und gerechte Entwicklung des Landes verbürgt, so zeigte sich schon gegen Schluß des 14. Jahrhunderts, daß diese Körperschaft, nicht mehr in äußeren Kriegen beschäftigt, zu verknöchern begann, um so mehr, als sie in ihren Schoß keinerlei verjüngende Mitglieder des preußischen Landesadels zuließ. Dazu kam das schwindende Vertrauen zwischen Landesgewalt und Bürgertum. Hatte man sich anfangs in seinen Handels— interessen gegenseitig gefördert, so trat an die Stelle bald er— hitterter Wettbewerb und von seiten des Hochmeisters das