Kaiser Maximilian J.; Königtum und Reichsstände. 31 klar. Und energisch schickte er sich an, es auszuführen. Er gewann am Niederrhein den Herzog Karl von Geldern für sich; er schloß mit Philipp, dem Sohne Maxens und der Maria, dem Marx die selbständige Herrschaft über die Niederlande hatte übergeben müssen, einen Vertrag ab, wonach dieser seine Ansprüche auf Burgund für seine und Ludwigs Lebzeiten aufgab: so im Norden gedeckt, vermochte er die Kriegskräfte Frankreichs aus— schließlich auf den italienischen Boden zu werfen. Und hier brachte er es bald zu einer Diversion, die König Max und dem Reiche dauernd verhängnisvoll ward. Schon längst hatten sich die Eidgenossen in Wahrheit vom Reiche zu entfernen begonnen: wie hätten die fortwährenden ergebnislosen Versuche des Hauses sterreich, sie mehr oder minder zu unterjochen, sie anziehen, wie der Vergleich ihres eignen Ruhms und der traurigen Politik eines Kaisers Friedrich auf sie lockend wirken sollen! Raschen Schrittes gingen sie der Ausbildung eines eignen Staatswesens entgegen. Hierin wurden sie nun durch die Reichsreformen des Jahres 1495 und die auf ihnen beruhenden Forderungen und Organisationen von Reichs wegen gestört. Sie verweigerten die Zahlung des gemeinen Pfennigs, was sie freilich von vielen anderen Reichsgenossen noch nicht trennte; aber sie erkannten auch die Zuständigkeit des Reichskammergerichts nicht an. Andrerseits waren sie mit Frankreich seit den letzten burgundischen Kämpfen in immer nähere Berührung gekommen: schon nahten die Zeiten, da fast alle ihre führenden Familien und Staatsmänner Pensionäre Frankreichs werden sollten: und leicht lehnten sie sich schon jetzt gegenüber den neuen Forderungen des Reiches an Frankreich an. König Max blieb unter diesen Umständen nichts übrig, als im Jahre 1499 den offenen Kampf gegen sie aufzunehmen. Aber er ward vom Reich fast gar nicht unterstützt! Nur mit Hilfe des schwäbischen Bundes konnte der Krieg überhaupt geführt werden. Und schmachvoll verlief er. Überall zogen die Truppen des Königs den Kürzeren; Max mußte sorgen, Frieden zu schließen; noch im Jahre 1499 kam er zu Basel zustande. Er befreite die Eidgenossen von Reichssteuer und Reichs—