Vierzehntes Buch. Erstes Kapitel. aufrecht erhalten auch von Leo X., dem Nachfolger des am 21. Februar 1513 gestorbenen Papstes Julius II., wurde jetzt mehr entwickelt, denn je; neben England trat auch Ferdinand von Aragon ihr näher, und Mar schien jetzt unbedeutend genug, ihr gleichfalls anzugehören. So hatte denn der Kaiser abermals eine vollständige Schwenkung seiner Politik vollzogen; dem alten Wunsche der Kurie gemäß hatte er sich der Liga zu-, von Frankreich ab— gewendet. Aber der auffallende Schritt brachte keine Vesserung seiner politischen Lage. Der Krieg der Liga gegen Frankreich, der nunmehr ausbrach, führte zu keinem nennenswerten Er— gebnis. Die Eidgenossen, die gegen die Bourgogne zogen, meuterten im entscheidenden Augenblick und kehrten thatenlos heim; die Engländer siegten unter der Führung des Kaisers zwar bei dem festen französischen Städtchen Térouanne, wußten aber den Sieg nicht zu nutzen. Und der den Feldzügen folgende Winter 1518 auf 1514 brachte die Entzweiung der Bundesgenossen und einen Zustand allgemeinen Mißtrauens. Frankreich aber rüstete jetzt zum energischen Angriff auf Italien, und der Thronwechsel, der nach dem Tode Ludwigs XII. (1. Januar 1515) die Krone an Franz J. brachte, unterbrach diese Absichten nicht, sondern förderte sie. Es kam im Laufe des Jahres 1515 zu dem Siegeszug der Franzosen in Italien, der Mitte September mit dem großen Erfolge von Marignano abschloß; er machte Mailand zu einer rein französischen Dependenz und die Franzosen zu Herren Italiens sowie zu notgedrungenen Freunden der wetterwendischen Kurie und Venedigs. Zugleich erreichte Frankreich auch an der burgundischen Grenze zweifellose Fortschritte. Am 5. Januar 1515 war der junge Karl, der Enkel Kaiser Maximilians, mündig geworden; er nahm die Regierung der Niederlande aus den Händen seiner Tante Margaretha in Empfang. Und da er nicht mehr in dem Grade, wie Margaretha, an Rücksichten auf die Politik Maximilians gebunden und zudem durch einheimische Ratgeber