Wirtschaftliche und soziale Wandlungen vom 14. zum 16. Jahrh. 55 1368 auf etwa 210 Millionen Mark in dem Jahre 1464 auf 14651. Und schon machte sich der Handel als interterritoriale Macht geltend und unterzwang sich die steigende Gewalt der Landesherren. Überall wurden tastende Versuche zur Herstellung allgemein geltender Münzeinheiten unternommen; im Südwesten des Reiches drang das Hellersystem durch, in Hsterreich ging man zurück auf den seit 1284 geprägten venetianischen Dukaten, in Lübeck und am Rheine ahmte man in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts den Florentiner Gulden nach. Es konnte nicht ausbleiben, daß auch die großen Territorien in diese Strömung eintraten. So namentlich am Rhein. Hier trafen hereits seit Mitte des 14. Jahrhunderts die vier Kurfürsten einleitende Schritte zur Begründung gemeinsamen Maßes, gemeinsamen Gewichts und gemeinsamer Münze; und im Jahre 1386 wurde wenigstens auf dem Gebiete des Münzwesens ein Erfolg erreicht, indem im rheinischen Gulden die allgemeine Handelsmünze dieses Hauptverkehrsgebietes der Nation gefunden ward. Später hat sich dann über die Territorien hinaus das Reich der unabweisbaren Bedürfnisse des Handels angenommen. Im Jahre 1524 kam es nach vielen vergeblichen Anläufen zu einer gemeinsamen deutschen Münzordnung, freilich hatte sie zunächst fast keinen praktischen Erfolg, und auch die weiteren Ordnungen von 1551 und 1559 bewährten sich noch wenig und fanden geringen Anklang. Auch auf anderen Gebieten, im Geleitswesen wie in der allgemeinen Sicherung des Landfriedens, in der Regelung der Zölle, in der beginnenden territorialen Wirtschaftspolitik über— haupt, machte sich der Einfluß steigenden Handels geltend. Indes nirgends ist er gleich augenscheinlich, wie in der Ent— wicklung des Münzwesens. Denn eben in der wachsenden Heldflüssigkeit, im zunehmenden Reichtum an baren Mitteln Der gesamte hansische Verkehr kann um 1862 nach bei Schaefer, K. Waldemar S. 855 f., im wesentlichen auf amsatz von mindestens 120 Mill. Mark berechnet werden. den Angaben einen Jahres—