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        <title>Deutsche Geschichte</title>
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      <div>Kaiser Maximilian J.; Königtum und Reichsstände. 21 
Reichsstände Schwabens, Städte, Grafen und Ritter, tapfer 
zur Wehr zu setzen, und sie schauten dabei hoffnungsvoll auf 
den Kaiser, der mit dem Übergang der tiroler und vorderöster⸗ 
reichischen Herrschaften an Baiern die letzten Aussichten seines 
Hauses in Deutschland schwinden sah. Und sie hofften in 
diesem Falle nicht vergeblich; in Sachen seiner Hausmacht war 
Friedrich empfindlich. Am 26. Juni 1486 erließ er von Nurnberg 
aus ein Mandat an die schwäbischen Stände: es sei seine 
Aufgabe, darauf zu achten, daß in Schwaben jedermann bei 
seinem hergebrachten Recht und Landfrieden bleibe; er lade die 
Stände zum 26. Juli nach Eßlingen zur Beratung in diesen 
Dingen. 
Die Versammlung zu Eßlingen brachte die ersten Ver— 
handlungen zur Begründung eines schwäbischen Bundes. End— 
gültig errichtet ward der Bund am 14. Februar 1488. Damals 
traten als Bundesglieder zum Schutze ihrer Rechte und ihres 
Friedens zusammen: Herzog Sigmund von Tirol — es war 
gelungen, ihn von den Wittelsbachern zu trennen —; ferner Graf 
Eberhard von Württemberg, der Sankt Georgenschild, eine in 
vier Kantone geteilte Rittergesellschaft, die fast den ganzen 
schwäbischen Adel umfaßte, und 22 Reichsstädte des Landes. 
Sie bildeten als vier besondere Teile die Grundlage einer sehr 
beachtenswerten, gemeinsamen Landfriedens- und Militärver— 
fassung, die im Ernstfall bis zu 18000 Mann zu Fuß und 
1800 Mann zu Roß aufbringen konnte: der wirksamste Wider— 
stand gegen die Wittelsbacher war gewonnen. Einer der ersten 
Erfolge des Bundes war es, daß Herzog Sigmund am 16. März 
1490 zu Gunsten König Maximilians auf seine tiroler Herrschaft 
verzichtete; es war zugleich, nachdem die Ungarn österreich 
eingenommen hatten, ein erster Schritt zur Erneuerung einer 
führenden habsburgischen Hausmacht im Südosten. Aber darüber 
hinaus noch bedeutete die Begründung des schwäbischen Bundes, 
der fast ein halbes Jahrhundert unter österreichischem Schutze 
bestanden hat, eine wesentliche Verstärkung des habsburgifchen 
Einflusses in Süddeutschland überhaupt; namentlich ward durch 
sein Dasein eine Verbindung und ein sicherer gegenseitiger</div>
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