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        <title>Deutsche Geschichte</title>
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      <div>Religisse Bewegung; Luther. 
261 
Sankt Petrus Nachfolger rühmt, so weltlich und prächtig daher— 
fährt. Sie sprechen, er sei ein Herr der Welt, und etliche 
haben den Teufel in sich so stark regieren lassen, daß sie ge— 
halten haben, der Papst sei über die Engel im Himmel und 
habe, ihnen zu gebieten. Das ist erlogen. Denn Christus 
sprach vor Pilatus: Mein Reich ist nicht von dieser Welt. 
Zum andern: Wozu ist das Volk nutze in der Christenheit, das 
da heißt die Kardinäle? Nun Welschland ausgesogen ist, 
kommen sie ins deutsche Land, heben fein säuberlich an; aber 
sehen wir zu, Deutschland soll bald dem welschen gleich werden. 
Es gehet so: man schäumet oben ab von den Bistümern, 
Klöstern und Lehen. Der Kardinäle wäre übergenug an zwölf, 
und jeglicher hätte des Jahrs tausend Gulden Einkommen. 
Zum dritten: wenn man von des Papstes Hofe den hundertsten 
Teil bleiben ließe und neunundneunzig Teile abthäte, so wäre 
er dennoch groß genug in Glaubenssachen. Nun ist aber ein 
solch Gewürm und Geschwürm in Rom, und alles rühmt sich 
päpstlich, daß zu Babylon nicht ein solches Wesen gewesen ist. 
Und wir verwundern uns noch, daß Fürsten, Adel, Städte, 
Stifter, Land und Leute arm werden? Wir sollten uns ver—⸗ 
wundern, daß wir noch zu essen haben! Doch ich klage nicht, 
daß das natürliche oder weltliche Recht und Vernunft bei ihnen 
nichts gilt. Es liegt alles noch tiefer im Grund. Ich klage, 
daß sie ihr eigenes, erdichtetes Recht nicht halten, das doch an 
sich selbst lauter Tyrannei, Geizerei und zeitliche Vracht mehr 
ist, denn ein Recht. 
Und wiewohl ich nun zu gering bin, Stücke vorzulegen 
dienlich zu solchen greulichen Wesens Besserung, will ich doch 
sagen, soviel mein Verstand vermag, was wohl geschehen könnte 
and sollte von weltlicher Gewalt oder allgemeinem Konzil. 
Die Annaten, das ist: die Hälfte der Zinsen des ersten 
Jahres von jeglichem geistlichen Lehen, an den Papst zu zahlen 
sollen Fürsten, Adel, Städte ihren Unterthanen frischan ver— 
hieten und sie abthun; gegen die unterschiedlichen Praktiken 
wider Stifter und Bistümer soll der Adel sich setzen; und ein 
kaiserliches Gesetz gehe aus, keinen Bischofsmantel, auch keine</div>
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