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        <title>Deutsche Geschichte</title>
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            <surname>Lamprecht</surname>
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      <div>Weiterbildung der religiösen Ideen, soziale Revolution. 311

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münster, an dem er zum 1. Jamuar 1519 eintrat.
Dabei war er zunächst weit entfernt davon, tiefere religiöse
Probleme aufzuwerfen; seine erste reformatorische Schrift, vom
April 1522, handelt „von Erkiesen und Freiheit der Speisen“:
die Reform der Kirche, nicht des Glaubens, lag ihm zunächst
am Herzen. So griff er die Fastengebote, die Heiligenverehrung,
das Klosterleben an. So hat er die Säuberung der Kirchen
von Götzen und Gaukeltischen, von Bildern und Altären durch—
gesetzt. So ist er der Begründer der Nüchternheit reformierter
Gottesdienste geworden. So hat er vom Gesichtspunkte kirch—
licher Zucht her ein überaus strenges Sittenleben der Gemeinde,
vielfach unter Anwendung alttestamentlicher Bestimmungen,
durchgesetzt.
Und für diese Reform fand er fast durchweg den staat—
lichen Weg. Er trug dem Zuüricher Rat seine neuen Vorschläge
vor; er erhärtete sie in öffentlichen Disputationen, die auf Befehl
des Rates stattfanden; und er veranlaßte dann den Rat, die
disputatorisch festgestellte Wahrheit im Sinne bürgerlichen Ge—
setzes einzuführen. In diesem Verfahren ward ein Stück der
alten Kirchenverfassung nach dem andern eingerissen oder um—
gebaut; unaufhaltsam, glatt, klar drang das neue Kirchenwesen
durch; mit der Abfassung der 67 Thesen vom 29. Januar 1528
konnte es als begründet gelten.
Und rasch verbreitete es sich weiter In der Schweiz
wurden bis zum Jahre 1529 u. a. Bern, St. Gallen, Glarus,
Schaffhausen und Basel gewonnen, in Oberdeutschland machten
sich schon von 1624 auf 1525 Einwirkungen zwinglischer Lehre
zu Straßburg und Ulm, zu Konstanz, Lindau, Memmingen und
sonst in schwäbischen Städten bemerkbar. Hier trafen sie nun
mit der lutherischen Lehre zusammen; schon äußerlich war
darum eine Auseinandersetzung zwischen zwinglischer und
lutherischer Reformation unvermeidlich.
Um wie viel notwendiger aber war sie aus inneren Grün—
den! Geist und Verlauf der schweizerischen und der sächsischen
Reformation waren völlig verschieden; nie hat Zwingli die</div>
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