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        <title>Deutsche Geschichte</title>
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      <div>Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 691 
immer mehr in den Hintergrund getreten; und jetzt konnte es 
keine Frage mehr sein, daß die pfälzische, destruktive Haltung immer 
zahlreichere Anhänger gewinnen würde. Schon die Fortschritte 
des Calvinismus bezeugten dies; bisher waren neben der Pfalz 
nur noch kleine Reichsstände reformiert gewesen, z. B. Zweibrücken, 
Anhalt, Nassau, Bremen: jetzt trat Landgraf Moritz von Hessen, 
der Fürst des einst neben Kursachsen führenden protestantischen 
Landes, zum Calvinismus über. Gleichzeitig kam jetzt 
endlich, da man, des Reiches bar, die Notwendigkeit gegen⸗ 
seitigen Schutzes stärker empfand, ein protestantischer Bund 
unter Leitung der Kurpfalz zu stande. Am 12. Mai 1608 
begannen in dem ansbachischen Dorfe Ahausen unter Führung 
des plänereichen Fürsten Christian von Anhalt, der die Kur— 
pfalz vertrat, Verhandlungen, die schon nach drei Tagen zum 
Abschluß zwischen Württemberg, Baden, Neuburg, den branden⸗ 
burgischen Markgrafen und der Pfalz führten. Zu stande kam 
ein an sich nicht als konfessionell bezeichnetes gegenseitiges 
Schutzverhältnis aller Genossen. Dementsprechend trat eine 
defensiv gemeinte Kriegsverfassung ins Leben, für deren Hand⸗ 
habung im größeren ein gemeinsames Generalat, zunächst des 
Pfälzer Kurfürsten auf drei Jahre, begründet ward. Die 
Bundeskasse sollte in dem nächsten Jahrfünft durch Zahlung 
von 90 Römermonaten, in dem darauf folgenden Jahrfünft 
durch Zahlung von 50 Monaten gespeist werden: das ergab für 
die erste Periode etwa 675 000 Gulden, eine für Defensivkriege 
vielleicht ausreichende, für Angriffskriege jedenfalls zu geringe 
Summe. 
Der Bund, dem bald der Name Union gegeben wurde, 
bot also nur die notwendigste Schutzwehr vor etwa erfolgenden 
Angriffen. Das blieb auch in den nächsten Jahren so. Zwar 
traten einige neue Mitglieder bei, so Zweibrücken, Anhalt und 
die Vororte der süddeutschen Reichsstädte, auch gewann er ein 
freundliches Verhältnis zu Frankreich und den Generalstaaten, 
aber seinen Charakter veränderte das nicht. 
Inzwischen hatten aber auch die Katholiken das natürliche 
Bedürfnis gefühlt, sich zu einen. Die geistlichen Fürsten auf</div>
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