410 Fünfzehntes Buch. Drittes Kapitel.
ständlich, daß der schwäbische Bund zugleich für die katholischen
Interessen eintrat; und so mußte sich mit seinem Schicksal zugleich
das Schicksal des Evangeliums in Schwaben zum guten Teile
entscheiden. Nun war der Bund schon in den zwanziger Jahren
durch den Austritt der evangelisch gewordenen Großstädte schwer
geschädigt worden. Im Jahre 15832 verlor er auch fürstliche
Außenglieder, indem die Pfalz, Mainz und Trier ein Bündnis
mit dem protestantischen Hessen eingingen. Um die Wende der
Jahre 1533 und 1534 war der Bund damit so weit zurück—
zgegangen, daß auf einem Tage zu Auasburg seine Auflösung
beschlossen ward.

Unter der Voraussicht dieses schon gegen Ende der zwan—
ziger Jahre drohenden Verfalls mußte es eine der ersten Auf—
gaben des Protestantismus sein, in Schwaben auch politisch
Fuß zu fassen. Landgraf Philipp von Hessen war es, der diese
Notwendigkeit im Gegensatz zu dem schwerfälligen Johann
Friedrich von Sachsen, der seinem am 16. August 1532 ver—
storbenen Vater in der Regierung gefolgt war, klar erkannte
und nach ihr handelte. Er trat in Verbindung mit dem ge—
ichteten Herzog Ulrich, dem alten Peiniger seines Landes, der
jetzt gleichwohl von seinem treuen Volke zurückersehnt ward,
während die Stände sich bei der habsburgischen, „spanischen“
Regierung beruhigt hatten. Er knüpfte mit Frankreich an;
nach langen Vorverhandlungen gelangte er im Januar 1534
zu einer persönlichen Aussprache mit König Franz J. zu Bar⸗
le-duc; Frankreich versprach gegen Verpfändung der Grafschaft
Mömpelgard bedeutende Summen zu einem würtembergischen
Feldzug zu zahlen. Nicht minder wurden der König von Däne—
mark und eine Anzahl deutscher Kurfürsten, darunter auch gut
katholische, welche das verfassungswidrige Einschreiten des
Kaisers in Würtemberg niemals gebilligt hatten, gewonnen.
Im April 1534 brachen darauf Landgraf Philipp und Herzog
Ulrich in Würtemberg ein; das habsburgische Heer stob in
rzinem Treffen bei Laufen am 12. und 13. Mai 1534 mehr
auseinander, als daß es besiegt ward; anfangs Sommer waren
heide Fürsten Herren des Landes. Und schon am 29. Juni