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Fünfzehntes Buch. Viertes Kapitel.
und Elisa, Johann Baptist, Christus und die Apostel, die Ge—
meinden kirchlich geleitt. Du aber lege nicht die Hand an
jene göttliche Aneis, sondern gehe tief anbetend ihren Spuren
nach!“

J
Als Luther starb, war der Kaiser zum deutschen Kriege
entschlossen; auch ließ er seinen Vertrauten keinen Zweifel
darüber, daß er diesen Krieg in erster Linie als Religions—
krieg ansehe: wären die Protestanten besiegt, so werde freilich
auch die verhaßte Libertät der Fürsten unterdrückt werden.
So schob sich Ziel zu Ziele; gegen die Verfassung des Reiches
nicht minder wie gegen die Reformation richteten sich die letzten
Gedanken Karls. Aber eben wegen dieser doppelten Aufgabe
meinte er, die Dinge aufs sorgsamste vorbereiten zu müssen.
Gleichwohl ward er schließlich vorwärts gedrängt durch die
Haltung der Kurie. Der Papst war durch den Verlauf des
Reichstages zu Regensburg im Jahre 1544 wie durch die Ver—
handlungen des Friedens zu Croͤpy, soweit sie ein Einverständnis
Frankreichs und Karls über ein allgemeines Konzil betrafen,
aufs äußerste mißtrauisch geworden; er hatte den Eindruck, daß
er unter allen Umständen den Folgen dieser Verhandlungen zu—
vorkommen müsse: am gleichen Tage mit dem Frieden von
Troͤpy erschien die Bulle, welche die Christenheit zu dem lange
verweigerten allgemeinen Konzil nach Trient auf den 14. März
1545 einberief.

Dem gegenüber blieb denn Karl nichts übrig, als dem
Papst zu zeigen, daß er im Grunde an keine Nachgiebigkeit gegen—
über den Protestanten denke; schon im Sommer 1545 begann
er mit dem Papst wegen eines Einvernehmens und finanzieller
sowie militärischer Unterstützung zu einem Kriege gegen die
Protestanten zu verhandeln.

Dem entsprach dann die weitere Haltung der Kurie. Als
das Konzil von Trient am 18. Dezember 1545 wirklich zu—
sammentrat, veranlaßte der Papst alsbald eine möglichst schroffe