Naturalwirtschaftliche Reaktion, Reich und CTerritorien im 16. Jahrh. 479
15. Jahrhunderts waren dann diese Wege lebhafter besucht
worden; namentlich hatte der Safranhandel mit Saragossa zu
blühen begonnen. So war man einigermaßen vorbereitet auf
die Zeit, da sich der Welthandel an den Küsten der pyrenäischen
Halbinsel niederzulassen begann. Sieht man von den vielen
deutschen Männern ab, die als Büchsenschützen und Lands—
knechte, als Bergleute und Ackerbauer, als Matrosen und Steuer⸗
leute sich früh in fremdem, namentlich auch spanischem und
portugiesischem Dienste befanden, so bestand schon in der zweiten
Hälfte des 15. Jahrhunderts in Lissabon eine Kolonie ober—
deutscher und vlaamischer Landsleute; steht doch selbst die portu—
giesische Malerei dieser Zeit zur niederländischen im Verhältnis
schulmäßiger Abhängigkeit!. Aus dieser Kolonie wurde Jakob
Hurter von Brügge Statthalter der Azoren; er hat die Eilande
mit Vlaamen besiedelt; bis ins 17. Jahrhundert hinein hießen
sie IIhas Flawmengas. Hurter kehrte um 1500 reich und
glücklich nach Lissabon zurück; sein Schwiegersohn war der
Nürnberger Geschlechter und Geograph Martin Behaim.

An diese Verhältnisse schloß sich die Thätigkeit der großen
oberdeutschen Kaufleute an. Zunächst in Lissabon begründeten
sie Filialen; die Fugger haben von hier aus schon im Jahre
1505 einen Molukkenhandel entwickelt. Als dann der Deutschen—
freund König Manuel der Große in Portugal 1521 gestorben
und dafür der junge Spanierkönig Karl zugleich deutscher König
und Kaiser geworden war, wandten sich die Deutschen mehr
Sevilla zu, bis sie schließlich vornehmlich in Spanien Fuß faßten.
Und hier lohnten sich nun die Dienste, welche die Fugger und
Welser dem jungen Karl beim Erwerb der Kaiserkrone geleistet
hatten. Die Fugger bemächtigten sich des Bergwerksbetriebes
in Almaden, sie suchten Anknüpfungen im Stillen Ocean und
baten im Jahre 1530 um die Erlaubnis, Niederlassungen in
den Ländern zwischen Peru und der Magelhäesstraße zu gründen;
die Welser erwarben, vielfach in Verbindung mit anderen
deutschen Häusern, seit 1529 unter Aussendung eigner Kon—

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