532 Sechzehntes Buch. Erstes Kapitel.
Halbmetallen, sowie mit Salz, Salpeter und Mühlsteinen
wurde in der Hand des Fürsten monopolisiert. Aber auch
sonst ging man dieses Weges, wenn er auch nirgends in
Deutschland mit der in Frankreich und England festgehaltenen
Folgerichtigkeit zur vollen Proklamation eines allgemeinen
fürstlichen Handelsmonopols geführt hat. Immerhin aber gab es
doch eine Anzahl von Fürsten, die, meist auf der Grundlage
größeren Hüttenbetriebs, die bedeutendsten Kaufleute ihres
Landes waren, und Kurfürst August von Sachsen hat im
Jahre 1579 in Verbindung mit einem angesehenen Augsburger
Handelshaus sogar den Pfefferhandel für Deutschland und den
Nordosten Europas, freilich vergebens, in seiner Hand zu mono⸗
polisieren gesucht.

VI.
Wurden nun durch all diese Mittel finanzielle Wirkungen
erzielt, welche die Fürsten selbständig hinstellten gegenüber den
vorwärts drängenden Anforderungen der neuen Zeit mit ihren
Kulturbedürfnissen?

Keineswegs! Wohl sahen die Fürsten neidischen Blickes
nach den Staaten Westeuropas, wo die stetig steigende Höhe
der Geldwirtschaft in Verbindung mit einem folgerichtig durch—
geführten Regalismus die Herrscher auch finanziell halbwegs
absolut machte. In Deutschland konnte von solch einem Er—
gebnis selbst da, wo man am stärksten regalistische Politik trieb,
in Württemberg etwa unter Herzog Christoph und in Salzburg
seit 1587, in keiner Weise die Rede sein. Gelegentlich wurde
wohl versucht, den zumeist großen Domanialbesitz der altfürst⸗
lichen Grundherrschaft so zu erweitern, daß er die Erträge des
fremden industriellen und kommerziellen Regalismus liefere. So
hat namentlich Kurfürst August von Sachsen die mannigfachsten
Versuche zur Vermehrung der Domauialeinnahmen umd zu
ihrer Verflüssigung in Geld gemacht; er änderte zu diesem
Zwecke wiederholt die Bewirtschaftung, und am liebsten hätte
er deren System mit dem der staatlichen Lokalverwaltung ver⸗
schmolzen. Ein Schritt in dieser Hinsicht war die „Besserung