378 Sechzehntes Buch. Drittes Kapitel.
die äußerste Erbitterung hervorrief; als Partei der sogenannten
Korrespondierenden hielten sie von nun ab aufs engste zu—
sammen.

Kaiser Rudolf aber bedurfte, nach geringen Erfolgen an
der Donau, bald wiederum einer Türkensteuer. Es blieb ihm
nichts übrig, als den Reichstag von neuem zum 1. Dezember
1597 nach Regensburg zu berufen; und jetzt forderte er nicht
weniger als 150 Römermonate. Die Korrespondierenden waren
geneigt, ihm bis zu 40 Monaten zu bewilligen. Als aber von
der Mehrheit trotzdem 60 Monate ohne Berüucksichtigung der
protestantischen Beschwerden beschlossen wurden, da erklärten sie
diesen Beschluß als unverbindlich und legten Verwahrung ein.

Es war der erste Versuch zur Sprengung des Reichstages,
des größten Einheitsorgans, das das Reich noch besaß; er
wurde unternommen von Kurpfalz, Kurbrandenburg, Zweibrücken,
Braunschweig-Wolfenbüttel, Ansbach, Baden-Durlach, Hessen,
Anhalt und den Grafen der Wetterau.

Aber konnte er nützen, wenn er nicht auch im übrigen mit
einer kräftigen Aktion verbunden ward? Doch eben hiervon
war kaum die Rede. Selbst die Korrespondierenden hielten in
der folgenden Zeit nicht fest zusammen, geschweige denn, daß
sich eine größere Einheit aller Protestanten hätte herstellen
lassen. Und auch die internationale Lage war dem Protestantis—
mus nicht eben günstig. In Frankreich verwandelte sich der
bisherige Gegensatz gegen Spanien und den Katholizismus
seit dem Übertritt Heinrichs IV. zur katholischen Kirche und
dem Edikt von Nantes in den einfacheren Gegensatz gegen
Spanien; und Spanien behielt, trotz der Demütigungen des
Friedens von Vervins (2. Mai 1598) und trotz des Todes
Philipps II. (13. Sept. 1598) dennoch Kraft genug, um im
Winter von 1598 auf 1599 von den Niederlanden her
eine der gräulichsten Plünderungen des Niederrheins durch—
führen zu lassen, die je dort erlebt worden sind. Nur wenig
versuchten die Protestanten hiergegen zu thun; trotz alles
Eifers namentlich des Landgrafen Moritz von Hessen und
des Herzogs Heinrich Julius von Braunschweig sahen sie sich