384 Sechzehntes Buch. Drittes Kapitel.
Boeskay begnügte sich mit der Herrschaft über Siebenbürgen
und einige anstoßende Gebiete; die Türken verstanden sich,
freilich nicht ohne Empfang einer sehr beträchtlichen Kriegs—
kostenentschädigung, in dem Frieden von Zsitwa-Torok vom
11. November 1606 zu einem zwanzigjährigen Waffenstillstand.

So schienen alle Widerwärtigkeiten der Jahre 1604 und
1605 leidlich überwunden, hätte Rudolf es ertragen können,
Mathias in der Verwaltung Ungarns zu sehen. Allein kaum
hatte er die von Mathias abgeschlossenen Verträge genehmigt,
so begann er in sinnloser Weise gegen sie zu machinieren;
Kampf gegen Ungarn und Türken, auch dem Willen des
Mathias entgegen: das war sein Ziel.

In Ungarn, wo man diese Intriguen überblickte, regte
sich alsbald ein neuer Aufstand. Wie sollte da Mathias
Stellung nehmen? Zur eignen Rettung, wie zur Rettung
seines Hauses blieb ihm kaum etwas übrig, als ebenfalls
gegen den Kaiser vorzugehen. That er das aber, so bot sich
ihm nur ein Halt: die Bundesgenossenschaft der Stände. So
entschloß er sich zu dem Unerhörten: er vereinigte die Aus—
schüsse der Stände Ober- uud Niederösterreichs mit einem in
Preßburg versammelten ungarischen Reichstage und brachte es
am 1. Februar 1608 zu einem Bündnisse unter diesen Körper—
schaften wie mit sich, wonach die Parteien sich verpflichteten, die
hestehenden Verhältnisse jenseits der Leitha gufrecht zu erhalten.

Es war passiver Widerstand gegen den Kaiser; natürlich
wandte dieser sich hart gegen die Verbündeten. Aber da ging
man auf deren Seite noch weiter. Mathias hatte schon vor—
her die Stände aller habsburgischen Länder aufgefordert, sich
dem Preßburger Bunde anzuschließen; jetzt trat wenigstens
Mähren auf seine Seite. Damit stand der Weg nach Prag,
der Residenz des Kaisers offen; mit 15000 Mann setzte sich
Mathias auf ihm in Bewegung; am 19. Mai 16608 stand er
drohend in Böhmisch-Brod, vier Meilen von Prag.

Was blieb dem Kaiser übrig, als sich, wenn auch in alter
Widerwilligkeit, zu fügen? Er übergab Mathias die ungarische
Krone und trat ihm sterreich und Mähren ab; ein neues