Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 717
Von protestantischer Seite wurden inzwischen wichtige Ver—
handlungen eingeleitet, die an die Lage in Ungarn anknüpften.
Dort hatte der Kaiser am 8. Dezember 1625 die Krönung
seines Sohnes Ferdinand durchgesetzt, anscheinend ein großer
Erfolg. Aber eben dieser Schritt machte den alten Feind des
Hauses Habsburg, Gabriel Bethlen, wieder lebendig. Bethlen
warb um die Hilfe der Türken und erklärte sich den General—
staaten zum Kampfe gegen Habsburg bereit, wenn er 40000 Thlr.
monatlicher Subsidien und den Zuzug eines protestantischen
Heeres von 10000 Mann erhielte. Die Möglichkeit, den
Kaiser von der östlichen Flanke aus zu packen, war ge—
geben; die Protestanten nutzten sie aus. So beschloß König
Christian für das Feldzugsjahr 1626 einen dreifachen Angriff.
Im Westen sollten durch die Truppen Weimars die Generalstaaten
gegen Spanien unterstützt werden; im Osten sollte Mansfeld über
Schlesien Bethlen die Hand reichen; der König selbst stand
im Centrum gegen Tilly und Wallenstein bereit.

Aber Wallenstein ahnte die Pläne des Gegners. Er trat
darum dem abziehenden Mansfeld schon an der Dessauer Brücke
am 285. April 1626 entgegen und schlug ihn. Und als Mans—
feld seine zerstreuten Truppen in Brandenburg gesammelt hatte
und dennoch nach Schlesien durchbrach, da folgte ihm Wallen—
stein, übrigens behaglich und ohne Eile; und nicht sein Ver—
dienst eigentlich war es, wenn Mansfeld, in Ungarn glücklich
angelangt, aber von Bethlen verlassen, sein Heer schließlich auf⸗
lösen mußte und eines elenden Todes starb.

Wie ganz anders hatte inzwischen Tilly gehandelt, der
von Wallenstein, wie das ligistische Heer klagte, schnöde ver—
lassene Feldherr! Er hatte den Dänenkönig bei Lutter am
Barenberge, nördlich des Harzes, am 27. August 1626 völlig
geschlagen und den Flüchtigen bis Bremen verfolgt: der Nord—
westen des Reiches lag ihm zu Füßen.

Freilich, lag dies Ergebnis, eine Errungenschaft der Liga,
im Interesse des Kaisers und im Sinne Wallensteins? Eine
Auseinandersetzung Wallensteins mit dem verbindlichen kaiser—
lichen Minister Eggenberg zu Bruck an der Leitha, am 285. No—