Union und Liga, dreißigjähriger Krieg, westfälischer Friede. 728
Dänemark unter König Christian III. noch durchaus die herrschende
nordische Macht; zu ihm gehörte Norwegen, soweit es schon
nach Norden zu kolonisiert war, zu ihm sel und Gotland
wie der Bereich der drei südlichsten Provinzen des heutigen
Schwedens, Schonens, Hallands und Blekings. Schweden, so
ganz in den Norden zurückgedrängt, erreichte nur in dem engen
Gebiete zwischen den Wäldern Smalands und den Geländen
der Dal-Elf das Meer; nur um ein paar hundert Geviert—
meilen größer, als der heutige reichsdeutsche Süden, zählte es
selbst mit seinem Zubehör Finland und Estland schwerlich mehr
als eine Million Einwohner.

Aber was hatte der junge König in den ersten zwei Jahr—
zehnten seiner Regierung aus diesem Staate gemacht! Den
mächtigen Adel hatte er den Versuchen immer wiederholter
Widersetzlichkeit entrissen, indem er ihn großen Aufgaben mili—
tärischen Charakters zuführte; und desselben Weges hatte er
das stolze Bauerntum gewiesen, das, kriegsgewohnt gegenüber
den häufigen Einfällen der Dänen, noch in der altgermanischen
pflicht kampflichen Dienstes im Lande saß. Und wie hatte er
auf diesem Wege Altes mit Neuem verbunden! Diese armen
Bauern, die nicht bloß in Zeiten der Not mit Baumrinden
untermischtes Brot aßen, hatte er uniformiert, kräftig genährt,
mit Musketen bewaffnet: in beweglichen Kolonnen, alten
Kriegsgeistes voll, doch unter moderner Disziplin, stürzten sie
sich auf den in der ungeschickten Tiefstellung der mitteleuro—
päischen Heere aufgestellten Feind. Und sie siegten unter der
Führung der hochgemuten Enkel einstiger Wikingskönige, der
Lagerquist und Erenrot, der Ornflycht und Wrangel.

Diese veränderte Lebensstellung des Volkes aber, des heute
noch am unvermischtesten erhaltenen Zweigs aller Germanen, wies
nach außen. Und hierhin noch mehr fast wies die Persönlichkeit
des Königs. Gewiß fanden die Zeitgenossen, daß Gustav
Adolf in prudentia eivili nicht seinesgleichen hatte; doch noch
um vieles mehr übertraf er ihres Dafürhaltens alle principes
sui saeculi in scientia militari. In der That, ein Kriegs—
held und im Rahmen dieses Berufes ein großer, einfacher